Hypertonie: Selbstmessungen erleichtern die Einstellung des Blutdrucks


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Viele Ärzte empfehlen ihren Patienten mit Hypertonie ein Blutdrucktagebuch zu führen. Diese Empfehlung ist sinnvoll. Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Blutdruck bei Patienten, die Antihypertensiva einnehmen und den Blutdruck regelmäßig zu Hause kontrollierten, nach einem Jahr besser eingestellt war, als bei denjenigen, deren Blutdruck nur im Rahmen von Arztbesuchen gemessen wurde.

Die knapp 1.200 Teilnehmer einer britischen Studie waren durchschnittlich 66 Jahren alt und wiesen zu Studienbeginn trotz Blutdrucksenker Werte über 140/90 mmHg auf. Aufgeteilt wurden sie randomisiert in drei Gruppen. Patienten der Gruppe 1 maßen den Blutdruck regelmäßig während einer Woche pro Monat morgens und abends zu Hause und schickten die Daten ihrem Arzt per Post. Bei den Teilnehmern der Gruppe wurden die häuslichen Messungen zusätzlich telemonitorisch überwacht, das heißt sie übermittelten ihre Werte regelmäßig per SMS an ihren Arzt und erhielten so eine klare Anweisung, wann sie ihn kontaktieren sollten. Bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe 3 wurden der Blutdruck wie üblich lediglich in größeren Abständen in der Praxis gemessen.

Primärer Studienendpunkt war der systolische Druck nach einem Jahr. Dieser lag bei den Teilnehmern die regelmäßig selber maßen bei 137 mmHg, mit zusätzlichem Telemonitoring bei 136 und bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe bei 140 mmHg. Teilnehmer der Gruppen 1 und 2 wiesen damit einen signifikant niedrigeren Blutdruck auf als die Teilnehmer der Kontrollgruppe. Die Unterschiede zwischen der Gruppe 1 und 2 hingegen waren statistisch nicht signifikant. Der Blutdruck der Gruppe mit zusätzlichem Telemonitoring sank aber schneller. Zu verdanken waren die Veränderungen der systolischen Werte mittels einer Anpassung der Dosis der antihypertensiven Therapie.

Der Leiter der Studie Richard McManus dazu: „Wir haben nun einen schlüssigen Beweis dafür, dass der Blutdruck von Patienten, die ihren Blutdruck selbst regelmäßig überwachen, im Vergleich zu konventionellen Ansätzen, im Laufe eines Jahres sinkt.“ Zudem stelle diese Form der Blutdrucksenkung keine zusätzliche Belastung für den Hausarzt dar. McManus geht davon aus, dass diese bessere Blutdruckkontrolle zu signifikanten gesundheitlichen Vorteilen für den Patienten führen „das Risiko für Schlaganfall verringert sich damit um rund 20 Prozent, das für eine kononare Herzkrankheit um etwa 10 Prozent“.