HPV-Themenwoche: Urologen fordern starke Impf-Allianz


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Zur Verbesserung des Impfschutzes der Bevölkerung fordert der Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU) eine gesamtgesellschaftliche Impf-Allianz unter Beteiligung des Gesetzgebers. Nur so sei es möglich, neue Strukturen und Rahmenbedingungen einzuführen, um vorhandene Impflücken zu schließen, heißt es heute in einer Mitteilung. Der Verband stellt diese Forderung vor dem Hintergrund der laufenden Urologischen Themenwoche zur HPV-Impfung, mit der sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der BvDU noch bis zum 23. November gemeinsam für die bundesweite Aufklärung über die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) einsetzen.

Hintergrund

Immer neue Masernausbrüche, mehr als 10.000 Keuchhustenfälle im letzten Jahr und Influenza-Impfquoten, die bei gut einem Drittel der über 60-Jährigen stagnieren. Deutschland schwächelt zunehmend im Kampf gegen impfpräventable Erkrankungen. Auch die HPV-Impfquoten liegen zehn Jahre nach der Impfeinführung für die Mädchen gerade mal bei etwa 40 Prozent. Das Robert Koch-Institut (RKI) verzeichnet jährlich 7.850 HPV-assoziierte Krebserkrankungen bei Frauen und Männern. Die Zahl der Anogenitalwarzen ist sogar um ein Vielfaches höher.

Klinische Bedeutung

„Wir hoffen, mit der Themenwoche anlässlich der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Jungenimpfung, der Impfprophylaxe gegen HP-Viren einen Schub geben zu können. Für die generelle Verbesserung des Impfschutzes in Deutschland aber reichen einzelne Aktionen und Appelle nicht aus“, wird BvDU-Präsident Dr. Axel Schroeder zitiert. Zeitgleich ruft die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Masern-Impfcheck auf, und die Deutsche Krebsstiftung organisiert unter Beteiligung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte ein Bündnis für ein bundesweites organisiertes HPV-Schulimpfprogramm.

Trotz zahlreicher Bemühungen ist aus Sicht des BvDU die politische Forderung nach einer gesellschaftlich konzertierten Aktion unerlässlich, um vorhandene Impflücken zu schließen. Schroeder sieht ärztliche Berufsverbände, das RKI, die STIKO, Krankenkassen, Politiker und vor allem den Gesetzgeber in der Pflicht: „Für eine bundesweite Strategie für organisierte Impfprogramme in Gesundheitsämtern, Kindergärten und Schulen bedarf es einer starken Allianz pro Impfen. Auch eine Impfpflicht kann man diskutieren.“

Für die Einführung der Impfpflicht gemäß der STIKO-Empfehlungen sprach sich in der Vergangenheit bereits der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands aus und fordert seitdem den Nachweis eines kompletten Impfschutzes bei Kindern vor dem Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen. Dies werde laut BvDU-Mitteilung vom Berufsverband der Deutschen Urologen unterstützt.