HPV-Impfung: BZgA weist Vorwürfe von TV-Bericht zurück


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

In einer Stellungnahme kritisierte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jüngst einen Bericht des SWR-Magazins „Report Mainz“ vom 19.12. zur HPV-Impfung. Darin werden dem Zuschauer „mögliche Nebenwirkungen der HPV-Impfung suggeriert, für die es keine wissenschaftliche Evidenz gibt“, heißt es in der BZgA-Mitteilung.

Hintergrund

Der BZgA wird in dem TV-Bericht vorgeworfen, dass sie bei ihrer Aufklärungskampagne zur Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) Berichte über Nebenwirkungen systematisch verschweige. Dänische Wissenschaftler haben laut SWR in zahlreichen Publikationen über schwere kardiologische und neurologische Symptome berichtet, die sie in Verbindung mit der HPV-Impfung bringen. Die BZgA wies die Anschuldigungen, die in der Sendung formuliert wurden, in einer Stellungnahme zurück.

Ergebnisse

Die BZgA beruft sich dabei auf die aktuelle wissenschaftliche Evidenz zur HPV-Impfung, entsprechend der HPV-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI). Die Broschüre „HPV-Impfung - So schützen Sie Ihre Kinder vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten“ sei in enger Kooperation der BZgA mit dem RKI und in Abstimmung mit mehreren Fachgesellschaften und Berufsverbänden entstanden, heißt es in der aktuellen Stellungnahme. Darin ordnet die Bundeszentrale die HPV-Impfung als sicher ein, nennt mögliche Nebenwirkungen wie Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Impfstelle und weist darauf hin, dass es bei Jugendlichen häufiger zu Schwindel direkt nach der Impfung kommen könne.

Vor dem Hintergrund der Einschätzung der Kommission zur Globalen Sicherheit von Impfungen (GACVS) bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist die Broschüre auf 270 Millionen durchgeführte HPV-Impfungen weltweit hin (Stand 2017) und greift die von der Kommission gezogene Schlussfolgerung auf, „dass die HPV-Impfung extrem sicher ist“. Auch die STIKO stellte nicht nur bei Mädchen, sondern auch bei Jungen beziehungsweise Männern ebenfalls keine schweren unerwünschten Ereignisse nach HPV-Impfung fest. (Epidemiologisches Bulletin 26/2018)

Klinische Bedeutung

„In dem TV-Bericht wird der Nutzen der HPV-Impfung, für den es eine gute wissenschaftliche Evidenz gibt, weitgehend ignoriert", moniert die BZgA und führt weiter aus, dass die gesundheitlichen Vorteile einer Impfung zur Vermeidung von Krebsleiden immer auch möglichen Risiken der Impfungen gegenüber stehen.

So zeige etwa eine aktuelle australische Studie, dass hohe Impfraten in Kombination mit Screenings entscheidend dazu beitragen, dass Gebärmutterhalskrebs nahezu vollständig eliminiert werden könne. „Mädchen und Jungen, denen aus Überschätzung der Risiken die Impfung vorenthalten wird, haben ein nachgewiesenes höheres Risiko, im späteren Leben an bestimmten Krebsarten beziehungsweise deren Vorstufen zu erkranken“, lautete das Fazit der BZgA.