Hormontherapie und Brustkrebs: Bericht der Women´s Health Initiative nach 20 Jahren


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Nach 20 Jahren Nachbeobachtungszeit lassen sich die Teilnehmerinnen der Women´s Health Initiative (WHI) bezüglich ihres Brustkrebsrisikos in zwei Gruppen scheiden: Bei jenen, die zuvor eine Hysterektomie hatten und danach durchschnittlich 7 Jahre konjugiertes Pferdeöstrogen (CEE) einnahmen, waren die Brustkrebsinzidenz und die Mortalität signifikant niedriger als unter Placebo. Frauen mit intaktem Uterus zeigten unter CEE plus Medroxyprogesteron-Acetat (MPA eine erhöhte Brustkrebsinzidenz.

Hintergrund

Auch nach jahrzehntelanger Forschung ist noch immer unklar, welchen Effekt eine menopausale Hormontherapie auf das Risiko hat, an Brustkrebs zu erkranken. In den randomisierten Studien der WHI wurden komplexe Muster sichtbar, wobei CEE sowohl mit als auch ohne MPA nach durchschnittlich 5,6 bzw. 7,2 Jahren evaluiert wurde.

Design

Die Studie präsentiert ein Update zur Brustkrebsinzidenz und -Mortalität der beiden WHI-Studien aus den Jahren 1993 bis 1998 mit nunmehr 20 Jahren Nachverfolgungszeit. Teilgenommen hatten 27.347 postmenopausale Frauen zwischen 50 und 79 Jahren ohne vorherigen Brustkrebs und mit negativen Mammogrammen zu Beginn der Studien.

Ergebnisse

  • Nach median mehr als 20 Jahren Nachverfolgung lagen Daten zur Mortalität für mehr als 98 % der Teilnehmerinnen vor.
  • Bei den 10.739 Frauen, die zuvor eine Hysterektomie erhalten hatten, war das Brustkrebsinzidenz mit CEE gegenüber Placebo signifikant verringert: 238 versus 296 Fälle, Chancenverhältnis HR 0,78; 95%-Konfidenzintervall 0,65 – 0,93; P = 0,005. Auch die Mortalität war statistisch signifikant verringert: 30 gegenüber 46 Verstorbene; HR 0,60; 95%-KI 0,37 – 0,97; P = 0,04.
  • Unter 16.608 Frauen mit intaktem Uterus wurde unter CEE plus MPA gegenüber Placebo eine höhere Brustkrebsinzidenz festgestellt: 584 versus 447 Fälle; HR 1,28; 95%-KI 1,13 – 1,45; P

Klinische Bedeutung

Die Kommentatorinnen Christina A. Minami und Rachel A. Freedman (Massachusetts) nennen die neuen Daten „beruhigend“, erwarten aber dennoch, dass die meisten Kliniker auch weiterhin zögern werden, Östrogen ohne Gegenspieler zu verschreiben. Schließlich gelte es, vor einer Hormontherapie außer dem Brustkrebsrisiko noch zahlreiche weitere Faktoren zu bedenken.

Finanzierung: National Heart, Lung, and Blood Institute; National Institutes of Health, Department of Health and Human Services.