Honorare: KBV wehrt sich gegen Nullrunde

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Berlin (pag) – Die Honorarverhandlungen für das kommende Jahr zwischen Krankenkassen und Vertragsärzten sind vorerst gescheitert. Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) eine Nullrunde vorgeschlagen, während sie eine Erhöhung um drei Prozent fordert. Die KBV ruft deswegen den Erweiterten Bewertungsausschuss an.

 

„Das ist kein Verhandlungsangebot, um eine Einigung zu erzielen, das ist ein Affront“, kritisiert KBV-Chef Dr. Andreas Gassen die Kassenseite. Deswegen habe die KBV keine andere Alternative gesehen, als den Erweiterten Bewertungsausschuss einzuschalten.

Gassens Vize Dr. Stephan Hofmeister moniert, dass die Krankenkassen die Leistungen der Niedergelassenen während der Hochphase der Corona-Pandemie offenbar ignorieren. „Sechs von sieben Covid-Patienten wurden ambulant behandelt. Das war für die Patienten gut und sparte den Krankenkassen nebenbei Geld, da die Krankenhäuser deutlich entlastet wurden.“ Nach Ansicht des KBV-Vorstands geriert sich der GKV-SV nach einer Zeit des Konsens nun als „knallharter Schatzhüter der Kassenfinanzen“.

Dessen Sprecher Florian Lanz findet die Reaktion der KBV „etwas eigentümlich“, sagt er auf Anfrage der Presseagentur Gesundheit. „Dass bei dem ersten Treffen zu der Honorarentwicklung der Ärzte im Jahr 2021 der Vorschlag der KBV von uns nicht einfach abgenickt wurde, ist eigentlich keine Überraschung.“ Der GKV-SV bleibe gesprächsbereit. „Im Übrigen geht es nicht darum, ob die gesetzlichen Krankenkassen durch die Corona-Pandemie an der einen oder anderen Stelle mehr oder weniger ausgegeben haben, sondern um die faire Finanzierung der ambulanten Versorgung“, so Lanz weiter.