Hohes Risiko einer gastrointestinalen Polyposis bei jüngeren Krebsüberlebenden

  • Biller LH & al.
  • Cancer Prev Res (Phila)
  • 12.02.2020

  • von Pavankumar Kamat
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Überlebende von Krebs im kindlichen und jungen Erwachsenenalter (childhood and young adult cancer; CYAC), die in einem vergleichsweise jungen Alter behandelt wurden, haben ein erhöhtes Risiko, multiple gastrointestinale Polypen zu entwickeln (lebenslängliche Inzidenz 10), unabhängig von ihrer erblichen Veranlagung für Polyposis.

Warum das wichtig ist

  • Polyposis wurde bisher für erblich gehalten, mit vererbten Syndromen wie etwa die familiäre adenomatöse Polyposis.
  • Die Therapie-assoziierte Polyposis (TAP) ist eine kürzlich entdeckte Erkrankung mit nur 8 dokumentierten Fällen in der medizinischen Fachliteratur vor dieser Studie.

Studiendesign

  • Forscher identifizierten 34 Fälle von TAP aus den Registern von 8 Krebsgenetikprogrammen. 
  • Die Einschlusskriterien umfassten eine CYAC-Diagnose im Alter 30 Jahre oder eine Diagnose zwischen 31 und 45 Jahren, falls der erste Polyp 10 Jahre nach Erstbehandlung identifiziert wurde.
  • Finanzierung: National Institutes of Health und andere.

Wesentliche Ergebnisse

  • 59% der Patienten hatten eine Erstbehandlung mit einem alkylierenden Wirkstoff erhalten, 62% hatten abdominopelvische Bestrahlung erhalten, und 35% beides.
  • Das Durchschnittsalter bei der Erkennung der gastrointestinalen Polyposis war 49 Jahre, und die mittlere Zeit seit der ersten Krebsbehandlung war 27 Jahre.
  • Bei 24% der mit abdominopelvischer Radiotherapie behandelten Patienten wurden Polypen in einem geringeren Alter entdeckt als das, welches für den Beginn des Koloskopie-Screenings empfohlen wird.
  • Patienten mit TAP hatten ein mittleres lebenslängliches Aggregat von 32 kolorektalen Polypen; 35% der Patienten hatten 50 kolorektale Polypen.
  • 94% der Patienten hatten >1 histologischen Typ von kolorektalen Polypen, im Gegensatz zu erblichen Polyposissyndromen, wo alle Polypen normalerweise vom selben Typ sind. 

Einschränkungen

  • Fälle mit vererbter Polyposis oder einem Krebs-Prädispositions-Syndrom könnten versehentlich eingeschlossen worden sein, da kein vollständiges genetisches Testing durchgeführt wurde.

Expertenkommentar
Dr. Matthew Yurgelun, MD, vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston, MA, sagte: "TAP scheint eine erworbene Erkrankung zu sein, die verschiedene familiäre Darmskrebssyndrome imitiert, sich jedoch biologisch von ihnen unterscheidet."