Hohe Arbeitslosenzahlen nach Krebserkrankung im Kindesalter


  • Susanne Kressenstein
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft: Die Folgen eines Tumors bleiben auch dann noch spürbar, wenn er besiegt ist. Wer als Kind an einer Krebserkrankung leidet, bleibt im späteren Leben häufig erwerbslos.

Hauptergebnisse: Kinder, die eine Krebserkrankung überleben, haben im Erwachsenenalter ein hohes Risiko für Arbeitslosigkeit. Rund jeder sechste bleibt erwerbslos. Die Metaanalyse zahlreicher kontrollierter Studien zeigt, dass ehemalige Krebspatienten mit einer 1,5-mal höheren Wahrscheinlichkeit arbeitslos sind als Menschen, die ohne Tumor aufwachsen konnten. Überrepräsentiert sind Frauen, Menschen, die Bestrahlung erhalten hatten oder an physischen Spätfolgen litten. Besonders häufig betroffen sind Menschen, die einen Hirntumor überlebt haben.

Design: Ausgewertet wurden Publikationen, die in den Jahren 2006 bis 2016 erschienen waren. Die Ergebnisse von kontrollierten Studien, die den Zusammenhang von Krebs im Kindesalter und den Folgen für das spätere Leben untersuchten, wurden metaanalytisch ausgewertet. Von insgesamt 56 Studien zu diesem Thema gingen damit 27 kontrollierte Studie in die Analyse ein.

Klinische Bedeutung: Krebskranke Kinder überleben dank besser Therapiemöglichkeiten immer häufiger. Das hat zu einer ansteigenden Population von erwachsenen Überlebenden geführt. Aber auch wenn der Tumor besiegt ist, bleiben die Folgen oft ein Leben lang spürbar. Zwei von drei ehemaligen Krebspatienten bleiben durch eine chronische Erkrankung gesundheitlich beeinträchtigt, einer von drei leidet unter schwerwiegenden Beeinträchtigungen. Menschen, die einen Hirntumor überlebt haben, leiden häufig unter Beeinträchtigungen in den Bereichen Intelligenz, Gedächtnis und exekutiven Funktionen. Aber es scheint, als ob nicht nur körperliche Beeinträchtigungen den weiteren Lebensweg beeinflussen. Wer als Kind an einer lebensbedrohlichen Krankheit leidet, hat einen niedrigeren Bildungsabschluss, ist deutlich häufiger erwerbslos und heiratet auch seltener. Die Autoren betonen deswegen die Bedeutung einer Langzeitbetreuung der Betroffenen, um sie besser ins Arbeits- und das gesellschaftliche Leben zu integrieren.