Hohe Ansprechraten unter Lichttherapie in kleiner Studie zu Mycosis fungoides

  • JAMA Dermatology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Die Kombination aus oralem Psoralen und einer nachfolgenden UV-A-Bestrahlung führte bei 70 Prozent der Patienten mit kutanen Lymphomen vom Typ Mycosis fungoides zu einem vollständigen Ansprechen, welches unter Erhaltungstherapie median 15 Monate anhielt.

Hintergrund

Die Mycosis fungoides (MF) ist ein seltenes, indolentes Lymphom, das vorwiegend die Haut betrifft und entsprechend häufig von Dermatologen entdeckt und betreut wird. Die European Organisation for Research and treatment of Cancer (EORTC) empfiehlt in frühen Stadien unter anderem die orale Gabe von Psoralenen in Kombination mit einer UV-A-Bestrahlung (PUVA). Deren therapeutische Mechanismen sind jedoch nicht besonders gut verstanden; ebenso fehlen Daten zur optimalen Dauer und Häufigkeit der Therapie, dem Nutzen von Dosissteigerungen oder dem Einsatz der PUVA als Erhaltungstherapie.

Design

Prospektive Studie mit einem definierten PUVA-Regime in 5 österreichischen Zentren. Teilgenommen haben 27 Patienten mit MF in den Stadien IA – IIA. Sie erhielten 12 – 24 Wochen lang 2 mal wöchentlich oral 8-Methoxypsoralen gefolgt von einer UVA-Bestrahlung. Gemessen wurde der Anteil der Patienten mit komplettem Ansprechen, definiert als Reduktion auf Null beim modified severity-weighted assessment tool (mSWAT). Patienten, die dies erreichten, wurden randomisiert und erhielten eine PUVA-Erhaltungstherapie für 9 Monate oder nicht.

Ergebnisse

  • 70 % der Patienten erreichten ein vollständiges Ansprechen mit einer vergleichsweise niedrigen UV-A-Dosis von 78,5 J/cm2, wobei sich deren mSWAT-Werte zu Beginn der Therapie kaum von Patienten mit partiellem Ansprechen unterschieden.
  • Unter der nachfolgenden, neunmonatigen Erhaltungstherapie verlängerte sich die Dauer der krankheitsfreien Remission von median 4 auf 15 Monate (P = 0,02).
  • Das Ansprechen korrelierte negativ mit einer hohen Dichte histologischer Infiltrate, und einem hohen Prozentsatz klonaler T-Zell-Rezeptor-Sequenzen.
  • Es gab keine schweren Nebenwirkungen der PUVA, weder unter der Induktions- noch unter der Erhaltungstherapie.

Klinische Bedeutung

Die Studie bestätigt nicht nur den Nutzen einer PUVA-Therapie und spricht für eine nachfolgende Erhaltungstherapie bei vollständigem Ansprechen, sie identifiziert auch zwei potenzielle Biomarker. Eingeschränkt wird die Aussagekraft zwar durch die recht kleine Zahl an Teilnehmern. Dennoch dient die Studie nach Meinung des Kommentators Joan Guitart (Chicago) als Erinnerung, dass PUVA trotz vieler neuer Biologika eine hochwirksame und sichere Behandlungsmethode sein kann, wenn man bei der Dosis Zurückhaltung übt.

Finanzierung: Wissenschaftsfonds (Österreich), Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank, Österreichische Gesellschaft für Dermatology und Venerology, Medizinische Universität Graz