Hohe Ansprechraten mit CAR T-Zelltherapie beim fortgeschrittenen Mantelzelllymphom

  • New England Journal of Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die 12-Monatsdaten aus einer Studie der Phase 2 mit 74 Patienten deuten darauf hin, dass eine CAR T-Zelltherapie mit dem Präparat KTE-X19 beim fortgeschrittenen Mantelzelllymphom deutlich höhere Ansprechraten erzielen könnte als bisherige Behandlungsansätze.

Hintergrund

Patienten mit einem Mantelzelllymphom, die nach Gabe eines Bruton-Tyrosin-Kinase-Hemmers einen Rückfall erleben oder refraktorisch sind, haben eine schlechte Prognose mit einem medianen Gesamtüberleben von 6 bis 10 Monaten. Eine mögliche neue Therapieoption ist die Behandlung mittels einer individuell angepassten Anti-CD19 chimärischen Antigen-Rezeptor (CAR) T-Zell-Therapie, die hier mit dem Präparat KTE-X19 erprobt wurde.

Design

Multizentrische Studie der Phase 2 mit ursprünglich 74 Patienten, unter denen Herstellung und Verabreichung von KTE-X19 für 68 Personen gelungen sind. Sie mussten sich dazu einer Leukapherese unterziehen, erhielten optional eine Überbrückungstherapie, dann eine konditionierende Chemotherapie sowie eine einzige Infusion von KTE-X19 in einer Dosierung von 2 x 106 CAR T-Zellen / kg. Der primäre Endpunkt war die objektive Ansprechrate (vollständig oder partiell). Eine primäre Wirksamkeitsanalyse erfolgte gemäß Protokoll nach der Behandlung von 60 Patienten mit 7 Monaten Nachverfolgungszeit.

Ergebnisse

  • In der primären Wirksamkeitsanalyse (n = 60) zeigten 93 % der Patienten ein objektives Ansprechen (95%-Konfidenzintervall 84 – 98 %). 67 % zeigten ein vollständiges Ansprechen (95%-KI 53 – 78%).
  • Bezüglich der Gesamtpopulation (n = 74) waren die Ansprechraten 85 bzw. 59 %.
  • Nach einer medianen Nachverfolgungszeit von 12,3 Monaten waren noch 57 % der 60 Patienten in Remission.
  • Das progressionsfreie und das Gesamtüberleben nach 12 Monaten wurden auf 61 bzw. 83 % geschätzt, die medianen Zeiten waren noch nicht erreicht. Unter den ersten 28 Patienten waren nach einer medianen Nachverfolgungszeit von 27 Monaten 43 % ohne weitere Therapien in Remission.
  • Häufige schwere Nebenwirkungen (Grad 3 oder schlimmer) waren Zytopenien bei 94 % und Infektionen bei 32 % der Patienten, neurologische Ereignisse bei 31 % und ein Zytokin-Freisetzungssyndrom bei 15 %. Es gab keine Todesfälle, aber 2 Infektionen von Grad 5.

Bedeutung

In diesem Patientenkollektiv wurden bislang objektive Ansprechraten von 25 bis 42 % beobachtet; mit der CAR T-Zell-Therapie sind die Werte etwa doppelt so hoch. Wie auch bei anderen CAR T-Zelltherapien kam es zu schweren und lebensbedrohlichen Nebenwirkungen, jedoch deuten die 12-Monatsdaten zum Gesamtüberleben auf eine klare Verbesserung gegenüber den bisherigen Therapien hin.

Finanzierung: Kite (Gilead).