Hodgkin-Lymphom: Vitamin-D-Mangel beeinträchtigt Überlebensrate

  • Journal of Clinical Oncology

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Auf der Grundlage klinischer und präklinischer Ergebnisse haben Wissenschaftler der Universitätsklinik Köln herausgefunden, dass der Vitamin-D-Status ein potenzieller Indikator für die Chemosensitivität von Hodgkin-Lymphom-Patienten sein kann. Die im Fachjournal Journal of Clinical Oncology veröffentlichten Daten, legen nahe, ein Vitamin D Screening und die Substitution von Vitamin D in künftige randomisierte klinische Studien aufzunehmen, um die Rolle der Vitamin D-Ersatztherapie bei Hodgkin-Lymphom (HL) angemessen zu klären.

Hintergrund

Morbus Hodgkin, auch Hodgkin-Lymphom oder Lymphogranulomatose genannt, ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. HL gehört – zusammen mit der großen Gruppe der sogenannten Non-Hodgkin-Lymphome – zu den malignen Lymphomen, die als ein Hauptmerkmal Lymphknotenschwellungen (Lymphome) hervorrufen können.

Vitamin-D-Mangel wird als veränderbarer Risikofaktor für die Inzidenz und Mortalität bei vielen häufigen Krebsarten beschrieben. Es fehlen jedoch Daten zum HL. Forschende des Universitätsklinikums Köln haben daher eine Studie durchgeführt, in der die Vitamin-D-Spiegel vor der Behandlung bei prospektiv behandelten HL-Patienten gemessen und mit den klinischen Ergebnissen korreliert wurden.

Vitamin-D-Mangel bei der Hälfte aller HL-Patienten

In die Studie wurden insgesamt 351 Patienten aus den klinischen Studien der German Hodgkin Study Group (HD7, HD8 und HD9) eingeschlossen.

Die Analyse der Forschenden zeigte, dass:

  • 175 Patienten, also die Hälfte der Untersuchten, vor der geplanten Chemotherapie einen Vitamin-D-Mangel (
  • ein Vitamin-D-Mangel vor der Behandlung bei rezidivierten/refraktären Patienten häufiger war als bei vergleichbaren rezidiv-freien Kontrollpatienten.
  • Patienten mit Vitamin-D-Mangel ein beeinträchtigtes progressionsfreies Überleben aufwiesen.
  • bezogen auf das Gesamtüberleben Patienten mit Vitamin-D-Mangel auch ein deutlich höheres Sterberisiko hatten.

Die Forschenden gehen davon aus, dass der Vitamin-D-Status von HL-Patienten ein potenzieller Indikator für die Chemosensitivität von HL-Patienten sein könnte.

"Die Ergebnisse der Studie haben potenziell eine große Relevanz für die Behandlung des HLs weltweit, da mit dem Vitamin-D-Mangel ein Risikofaktor identifiziert worden ist, der theoretisch relativ einfach durch die Einnahme entsprechender Präparate korrigiert werden kann", bilanzierte Andreas Engert, medizinischer Leiter der Studie.

Aus den Studienergebnissen lässt sich jedoch nicht direkt schlussfolgern, dass eine Korrektur des Vitamin-D Mangels auch zu einem besseren Therapieergebnis von Patienten mit HL führen wird. Dazu bedarf es weiterer klinische Studien, die genau solch eine Korrektur testen.

Finanzierung: BMS, Takeda, MSD, Regeneron, Affimed, Johnson & Johnson, Mundipharma