Hodgkin-Lymphom: S3- Leitlinie gibt neue Empfehlungen zum PET/CT-Einsatz

  • Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) die S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Hodgkin-Lymphoms bei erwachsenen Patienten ab 18 Jahren überarbeitet.

Ziel der S3-Leitlinie soll es sein, die Versorgung von Betroffenen mit Hodgkin-Lymphom zu optimieren und evidenzbasierte Therapiestandards zu etablieren. Neue Empfehlungen formulierten die Leitlinienautoren etwa zu bildgebenden Untersuchungsverfahren, der Therapie von Subgruppen und der Rehabilitation.

PET/CT soll Therapieentscheidung erleichtern

So wurden u.a. Empfehlungen zum Einsatz der Positronen-Emissions-Tomographie (PET/CT) bei frühen und mittleren Erkrankungsstadien und die daraus resultierenden Therapieentscheidungen aktualisiert, etwa zur Therapiesteuerung nach Rückgang der Symptome. „Auf die Strahlentherapie kann beispielsweise verzichtet werden, wenn der PET-Befund negativ ist. Somit können wir eine Übertherapie vermeiden“, sagt Nicole Skoetz von der Uniklinik Köln, die zusammen mit Andreas Engert, ebenfalls vom Uniklinikum Köln, die Erstellung der Leitlinie koordiniert hat.

Chemotherapie nicht im ersten Trimester der Schwangerschaft

Die überarbeitete Fassung enthält außerdem spezielle Therapieempfehlungen für bestimmte Patientengruppen. Dazu gehören auch schwangere Frauen mit einem Hodgkin-Lymphom. „Aufgrund der hohen Risiken, etwa für Fehlbildungen des Kindes, sollte bei schwangeren Patientinnen die Chemotherapie nicht in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten erfolgen – sofern dies medizinisch vertretbar ist“, so Engert. Patientinnen mit weiter fortgeschrittener Schwangerschaft könne jedoch eine Chemotherapie verabreicht werden. Nach der Entbindung können diese Patientinnen zusätzlich eine Bestrahlung erhalten.

Umfassendere Angebote in der Rehabilitation notwendig

Eine weitere neue Empfehlung betrifft außerdem die Zeit nach der Therapie: Rehabilitationsmaßnahmen sollten laut Leitlinie auch auf bewegungs- und ernährungstherapeutische Angebote abzielen, aber auch psychoonkologische Therapien mit einbeziehen. Denn Betroffene mit Hodgkin-Lymphom leiden häufig auch nach Abschluss der Behandlung unter krankheits- und therapiebedingten Einschränkungen, betonen die Leitlinienautoren. Hierzu zählen beispielsweise eine verminderte Leistungsfähigkeit infolge von Schädigungen an Herz und Lunge, ein starker Muskelabbau sowie Fatigue und Depressionen.