Hochriskantes Endometriumkarzinom: adjuvante Radiochemotherapie verlängert Überleben

  • de Boer SM
  • Lancet Oncol
  • 22.07.2019

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Bei Patientinnen mit hochriskantem Endometriumkarzinom (HREC) verlängert eine Radiochemotherapie (RCT: adjuvante Chemotherapie während oder nach der Radiotherapie) das Gesamtüberleben (OS) und das versagensfreie Überleben (FFS) gegenüber einer reinen Bestrahlung des Beckens.
  • Ein signifikanter FFS-Nutzen wurde bei Patientinnen mit einer Krebserkrankung im Stadium III oder mit serösen Tumoren beobachtet.

Warum das wichtig ist

  • Eine RCT kann ein neuer Versorgungsstandard werden, besonders für Frauen mit einem Endometriumkarzinom im Stadium III oder serösen Krebserkrankungen oder beidem.

Studiendesign

  • Post-hoc-Analyse der Phase-III-Studie, PORTEC-3 (Randomisierte Phase-III-Studie zum Vergleich einer begleitenden Radiochemotherapie und adjuvanten Chemotherapie mit einer reinen Bestrahlung des Beckens bei hochriskantem und fortgeschrittenem Endometriumkarzinom), mit 660 Frauen mit HREC, die per Zufallsverfahren einer Radiotherapie (RT) oder RCT (2 Zyklen Cisplatin während der RT, gefolgt von 4 Zyklen Carboplatin-Paclitaxel) zugewiesen wurden.
  • Finanzierung: Dutch Cancer Society.

Wesentliche Ergebnisse

  • Mediane Verlaufskontrolle: 72,6 Monate.
  • Nach 5 Jahren verbesserte eine RCT vs. reiner Radiotherapie signifikant das:
    • OS (81,4 % vs. 76,1 %; adjustierte Hazardrate [aHR]: 0,70; p = 0,034).
    • FFS (76,5 % vs. 69,1 %; aHR: 0,70; p = 0,016).
  • Eine RCT verbesserte signifikant das Überleben bei:
    • Krebs im Stadium III: OS (aHR: 0,63; p = 0,043) und FFS (aHR: 0,61; p = 0,011).
    • serösem Krebs: OS (aHR: 0,48; p = 0,037) und FFS (aHR: 0,42; p = 0,008).
  • Fernmetastasen traten häufiger mit einer Radiotherapie auf (HR: 0,74; p = 0,047).
  • Die Raten unerwünschter Ereignisse (UE) von Grad ≥ 3 waren zwischen den Gruppen vergleichbar.
  • UE von Grad ≥ 2 traten in der CRT-Gruppe häufiger auf (38 % vs. 23 %; p = 0,002).
  • Eine sensorische Neuropathie von Grad ≥ 2 war häufiger unter einer RCT (6 % vs. 0 %).

Einschränkungen

  • Studie mit offenem Design.