Hochrisiko-Prostatakarzinom: Keine erhöhte Toxizität bei Bestrahlung der Beckenlymphknoten

  • Parry MG & al.
  • J Clin Oncol
  • 04.06.2019

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Bei Patienten mit lokalisiertem oder lokal fortgeschrittenem Hochrisiko-Prostatakarzinom erhöht der Einbezug der Beckenlymphknoten (PLN) in das Strahlenfeld nicht das Risiko einer gastrointestinalen oder urogenitalen Toxizität im Vergleich zu einer sich ausschließlich auf die Prostata beziehenden intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT) nach 3 Jahren.

Warum das wichtig ist

  • In den NICE-Richtlinien aus dem Vereinigten Königreich wird eine PLN-Bestrahlung bei Hochrisikopatienten empfohlen. Eine Ausdehnung des Behandlungsfelds, sodass PLN einbezogen werden können, kann einem Rezidiv vorbeugen, ohne dabei die gastrointestinale oder urogenitale Toxizität zu erhöhen.

Studiendesign

  • 3.845 Patienten, die an lokalisiertem oder lokal fortgeschrittenem Hochrisiko-Prostatakarzinom leiden und mit einer IMRT behandelt wurden.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 2,7 Jahre.
  • 20 % der Patienten erhielten eine PLN-Bestrahlung.
  • Bei Patienten, die sich einer IMRT der Prostata und der PLN unterzogen, im Vergleich zu Patienten mit einer IMRT der Prostata allein:
    • lag die kumulative 3-Jahres-Inzidenz gastrointestinaler Komplikationen für beide bei 14 %.
    • lag die kumulative 3-Jahres-Inzidenz der urogenitalen Toxizität bei 9 % bzw. 8 %.
    • wurden 4,9 bzw. 5,1 gastrointestinale Komplikationen pro 100 Personenjahre und 3,2 bzw. 2,7 urogenitale Komplikationen pro 100 Personenjahre beobachtet.
  • Männer mit ≥ 1 Komorbidität hatten ein höheres Risiko für eine urogenitale Toxizität als jene ohne Komorbiditäten (HR nach Unterverteilung: 1,39, p = 0,01).
  • Patienten mit dem höchsten Quintil der sozioökonomischen Deprivation hatten im Vergleich zu Patienten mit dem niedrigsten Quintil der sozioökonomischen Deprivation eine niedrigere gastrointestinale Toxizität (HR nach Unterverteilung: 0,68, p = 0,01).

Einschränkungen

  • Retrospektives Design.
  • Kurze Nachbeobachtungsdauer.