HIV wird in Deutschland immer häufiger früh diagnostiziert


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
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Kernaussagen

  • Nach Aussagen der Deutschen Aidshilfe sind Kampagnen und Maßnahmen für mehr und frühere HIV-Tests erfolgreich.

  • Dies spiegelt sich darin wider, dass die Zahl der viel zu späten HIV-Diagnosen in 2018 erstmals leicht rückläufig war. Gleichzeitig wird immer häufiger früh diagnostiziert.

Eine frühe HIV-Diagnose ermöglicht eine frühe Behandlung der Infektion und erhält damit die Gesundheit der Betroffenen. Gleichzeitig helfen frühe Infektionen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, da HIV unter einer erfolgreichen antiretroviralen Therapie nicht mehr übertragbar ist.

  • Der Anteil von HIV-Infektionen, die innerhalb von einem Jahr nach der Übertragung festgestellt wurden, ist laut RKI seit 2011 gestiegen; auch jetzt lassen sich noch Verbesserungen verzeichnen: 2018 betrug der Anteil 38,8%, im Jahr 2017 waren es noch 33,5%.

  • Die Zahl der HIV-Diagnosen, die erst im Stadium AIDS oder bei einem schweren Immundefekt erfolgten, lag im Jahr 2018 um 100 Fälle niedriger als 2017. Allerdings ist sie noch immer deutlich zu hoch.

  • Die Zahl der homosexuellen Männer, die nichts von ihrer Infektion wissen, ist 2018 erstmals gesunken.

  • Besonders deutlich ist der Anteil der früh diagnostizierten Infektionen in der Gruppe der Heterosexuellen gestiegen: von 19,6 Prozent in 2017 auf 32 Prozent in 2018).

  • Noch allerdings verfehlt Deutschland das UN-Etappenziel, nachdem mindesten 90 Prozent aller HIV-Positiven über ihre Infektion Bescheid wissen sollten. Noch gehen die Schätzungen davon aus, dass in Deutschland 10.600 HIV-Infizierte ohne Diagnose leben. Umgekehrt wissen 88 Prozent von ihrer Infektion.

Die Daten lassen einen Trend erkennen: Immer mehr Menschen lassen sich früh auf HIV testen und können so vor gesundheitlichen Schäden durch die Infektion geschützt werden. Das jahrelange Engagement für frühe Diagnosen und Behandlungen in Deutschland trägt nun langsam Früchte. Die erfolgreichen Maßnahmen gilt es weiter zu verstärken, denn wir sind noch lange nicht am Ziel“, so die Bilanz von Björn Beck vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe (DAH). Wichtig sei, neben erfolgreichen Kampagnen und Testprogrammen, weiterhin Diskriminierung abzubauen. Denn: „Angst vor Zurückweisung und Stigmatisierung hält viele Menschen vom HIV-Test ab“, wie Beck betont.