HIV: Raten von Zervixkarzinom in Südafrika und Lateinamerika

  • Rohner E & al.
  • Int J Cancer
  • 19.06.2019

  • von Deepa Koli
  • Univadis Clinical Summaries
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Erkenntnis

  • Die Raten von invasivem Zervixkarzinom (ICC) sind bei Frauen mit HIV, die eine antiretrovirale Therapie (ART) begonnen haben, in Südafrika und Lateinamerika signifikant höher als in Nordamerika und Europa.

Warum das wichtig ist

  • Es muss mehr unternommen werden, um die krebsbezogenen, gesundheitlichen Ungleichheiten zu verringern, unter anderem durch einen früheren Beginn mit der ART, der Ausweitung von effektiven Screeningporgrammen auf Zervixkarzinom bei Frauen mit HIV und der Förderung des globalen Zugangs zur HPV-Impfung.

Studiendesign

  • Studie zu 64.231 Frauen mit HIV aus 45 Ländern in Europa, Nordamerika, Lateinamerika und Südafrika, die zwischen 1996 und 2014 eine ART begonnen hatten.
  • Finanzierung: National Institute of Allergy and Infectious Diseases.

Wesentliche Ergebnisse

  • Im Verlauf von 320.141 Personenjahren kam es bei 356 Patientinnen zu ICC-Neuerkrankungen (Europa: 164; Südafrika: 156; Nordamerika: 19; Lateinamerika: 17).
  • Im Vergleich zu den europäischen Patientinnen waren die 5-Jahres-ICC-Raten nach Einleitung der ART:
    • Mehr als verdoppelt in Lateinamerika (adjustierte Hazardrate [aHR]: 2,43; 95 %-KI: 1,27–4,68).
    • Nahezu 11-mal so hoch in Südafrika (aHR: 10,66; 95 %-KI: 6,37–16,88).
    • Ähnlich in Nordamerika (aHR: 0,79; nicht signifikant 95 %-KI: 0,37–1,71).
  • Die ICC-Raten stiegen mit dem Alter (> 50 vs. 16–30 Jahre: aHR: 1,57; 95 %-KI: 1,03–2,40) und niedrigeren CD4-Zellzahlen bei Einleitung der ART (aHR pro 100 Zellen/μl Reduktion: 1,25; 95 %-KI: 1,15–1,36).

Einschränkungen

  • In Lateinamerika und Nordamerika wurde nur eine kleine Anzahl von ICC-Fällen aufgezeichnet.