HIV-PrEP: Kostenübernahme gesetzlich geregelt – vor der Umsetzung sind noch einige Hürden zu nehmen


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
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Kernaussage

  • Der Bundestag hat am 14. März 2019 das Terminservice- und Versorgungsgesetz, TSVG, verbschiedet. Es tritt am 1. Mai 2019 in Kraft. Die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) wird damit Bestandteil des GVK-Leistungskatalogs.

  • Bis alle Krankenkassen die Kosten für die PrEP übernehmen, wird es jedoch noch einige Monate dauern.

  • Bis dahin lohnt sich ein Vergleich – die Preise zwischen den einzelnen Präparaten schwanken enorm.

 

PrEP auf Rezept – noch ist es nicht soweit

Am 14. März 2019 hat der Bundestag das „Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung“ (Terminservice- und Versorgungsgesetz, TSVG) verabschiedet. Es tritt am 1. Mai in Kraft und regelt unter anderem die Präexpositionsprophylaxe (PrEP). Demnach wird die PrEP Bestandteil des GVK-Leistungskatalogs. Doch bis die PrEP von allen Krankenkassen erstattet wird, kann noch einige Zeit ins Land gehen. Voraussichtlich ist es im Sommer oder Herbst soweit. Nachdem das Gesetz in Kraft getreten ist, gilt es, konkrete Leistungsbedingungen zu vereinbaren. Dafür müssen die Bundesmantelverträge Ärzte und EBM (einheitlicher Bewertungsmaßstab) durch die kassenärztliche Bundesvereinigung und den GKV-Spitzenverband angepasst werden. Dies dient unter anderem dazu, die PrEP sicher und sinnvoll zu gestalten. „Wichtig für die PrEP sind Qualität und Beratung. Die konkreten Details in Bundesmantelvertrag und EBM festzulegen ist sinnvoll – auf diesen Schritt kommt es jetzt aber an, damit die PrEP ein Erfolg wird“, sagt Axel Baumgarten, Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassenerÄrzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä).

Verschiedene Präparate: Preisvergleich lohnt sich

Bis alle Krankenkassen die Kosten für die PrEP übernehmen, können HIV-Schwerpunktärzte Privatrezepte ausstellen. Damit besteht freie Wahl des Präparats. Da die Preise je nach Hersteller und Verpackungsgröße beträchtlich schwanken, lohnt sich ein Preisvergleich. Auf der Internetseite HIV&more findet sich ein aktueller Preisvergleich. Demnach ist das verblisterte Präparat mit 28 Tabletten von Hexal mit 1,42 pro Pille die derzeit günstigste Variante. Am teuersten ist die 7er-Packung der Firma TAD, die mit 4,99 pro Tablette zu Buche schlägt.