HIV-PrEP: DAK übernimmt als erste Krankenkasse die Kosten für Präexpositionsprophylaxe – rückwirkend ab 1. Januar


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
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Kernaussagen

Es ist vorgesehen, dass künftig die Krankenkassen die Kosten für die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) übernehmen. Die DAK macht einen Vorstoß und will die Kosten bereits jetzt und rückwirkend zum ersten Januar 2019 übernehmen.

Hintergrund

Seit 2016 ist die HIV- PrEP in Deutschland zugelassen. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte bereits im Juli 2018 angekündigt, dass die Krankenkassen künftig die Kosten für die PrEP-Beratung, die medizinische PrEP-Begleitung und die PrEP-Medikamente übernehmen sollen. Bereits vor der gesetzlichen Regelung will die DAK jetzt – rückwirkend zum 1. Januar 2019 – die Kosten für die PrEP übernehmen.

Bedingungen für die Kostenübernahme

  • Der Versicherte, der die Medikamente zur HIV-PrEP einnehmen möchte, ist mindesten 16 Jahre alt.

  • Das verordnete Medikament ist eine Kombination aus den Wirkstoffen Tenofovirdisoproxil und Emtricitabin.

  • Das Arzneimittel ist in Deutschland zur Vorbeugung von Infektionen mit Humanen Immundefizienz-Viren (HIV-1) zugelassen.

  • Es liegt ein entwertetes Privatrezept (bedruckt und abgestempelt) einer deutschen Apotheke oder einer ausländischen Versandapotheke vor.

  • Die DAK-Gesundheit erstattet bis zu 200 Euro pro Quartal, abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung, höchstens jedoch die tatsächlich entstandenen Kosten.

Klinische Bedeutung

Die medikamentöse Prophylaxe gilt als zuverlässige Methode, um eine HIV-Infektion zu verhindern. Der Zugang zur PrEP sollte nicht von den finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen abhängig sein. Durch eine Kostenübernahme spart auch das Gesundheitssystem hohe Folgekosten von HIV-Infektionen.