HIV-Präexpositionsprophylaxe trügerische Sicherheit vor sexuell übertragbaren Infektionen

  • Univadis
  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Männer, die Geschlechtsverkehr mit Männern (MSM) haben und eine HIV-Prävention (Präexpositionsprophylaxe [PrEP]) anwenden, haben eine unterschiedliche Haltung gegenüber der Benutzung von Kondomen zur Prävention sexuell übertragbarer Infektionen (STIs).

Warum das wichtig ist

  • Es sollte darauf hingewiesen werden, dass eine PrEP nur einer HIV-Infektion vorbeugt, nicht anderen STIs, insbesondere zu Beginn der PrEP und bei Patienten mit einem mit einem höheren Risiko behafteten Sexualverhalten oder einer STI in der Vorgeschichte.

Wesentliche Ergebnisse

  • Der Datensatz umfasste 22 qualitative Interviews mit PrEP-Anwendern (12 Bei-Bedarf-Anwender, 10 tägliche Anwender) und 326 Online-Umfrageteilnehmer.
  • Zu den Faktoren, die die STI-Prävention/Kondomanwendung beeinflussen, gehören:
    • das Bewusstsein für den Schweregrad und die Ergebnisse einer STI.
    • die wahrgenommenen Risiken / die wahrgenommene Anfälligkeit.
    • die sozialen Normen/Praktiken.
  • 10,7 % der Befragten benutzen mit nicht festen Partnern durchgehend Kondome, obwohl > 80 % Analverkehr mit mehreren Partnern in den letzten 3 Monaten angaben.
  • Insgesamt war die Wahrscheinlichkeit, Kondome bei Analsex mit nicht festen Partnern zu benutzen, bei Personen, die eine hohe Bereitschaft zur Anwendung von Kondomen zur STI-Prävention angaben, > 10-mal höher als bei Pendants mit niedriger Bereitschaft.
  • MSM, die 6–12 Monate vor der Befragung mit einer PrEP begannen, benutzen mit geringerer Wahrscheinlichkeit Kondome als diejenigen, die < 6 Monate vor der Befragung mit einer PrEP begannen.

Studiendesign

  • Prospektive Studie mit gemischten Methoden (qualitative Interviews und Online-Umfrage) zur Untersuchung der Haltung gegenüber STIs, Kondomen und der Anwendung von Kondomen mit nicht festen Partnern bei belgischen MSM, die eine PrEP anwendeten.
  • Finanzierung: Fonds Wetenschappelijk Onderzoek Flanders

Einschränkungen

  • Verzerrung durch Eigenangaben (z. B. übertriebene Angabe von sicherem Sexualverhalten).
  • Begrenzte Verallgemeinerbarkeit