HIV-positive Veteranen haben ein erhöhtes Risiko für einen Subtyp des Ösophagus-Karzinoms, aber nicht für Magenkrebs


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Kernbotschaften

  • Die HIV-Infektion ging bei männlichen Veteranen mit einem erhöhten Risiko für ein Ösophagus-Plattenepithelkarzinom (ESCC) einher, insbesondere bei niedrigen CD4-Werten (≤200).
  • HIV-positive und HIV-negative Patienten hatten ähnliche Risikofaktoren für Speiseröhren- und Magenkrebs.
  • Die Ergebnisse sprechen dafür, bei HIV-positiven Patienten mit niedrigen DD4-Zahlen und Tabak/Alkohol-Konsum ein endoskopisches Screening zu erwägen.

Bei Menschen mit HIV/AIDS hat der Anteil der Todesfälle durch invasive, nicht-Aids-definierende Malignome zugenommen. Das erhöhte Risiko, insbesondere für Ösophagus- und Magenkrebs, hat bei diesen Personen viele Gründe, etwa Koinfektionen, vorzeitiges Altern oder starker Tabak- und Alkohol-Konsum. Ergebnisse früherer Studien sind widersprüchlich; außerdem wurde in keiner Studie der Zusammenhang zwischen HIV und spezifischen Subtypen dieser Tumoren untersucht.

Diese retrospektive Studie verwendete individuelle Patienten-Daten der Gesundheitsbehörde der US-Veteranen.

HIV-infizierte männliche Veteranen (n=44.075; ≥18 Jahre) wurden HIV-negativen Personen (n = 157.705) hinsichtlich Alter und HIV-Index-Datum (4:1) angeglichen.

Cox-Regressionsmodelle wurden verwendet, um den Zusammenhang zwischen HIV-Infektion und dem Risiko für ESCC, Ösophagus-Adenokarzinom (EAC), Kardiakarzinom (GCC) und einem Nicht-Kardiakarzinom des Magens (GNCC) zu analysieren.

In der HIV-positiven Kohorte wurden potenzielle Risikofaktoren für die Entwicklung eines jeden Tumor-Typs untersucht. Aufgrund geringer Outcome-Daten wurden Frauen bei der Analyse nicht berücksichtigt. Die durchschnittliche Dauer der Beobachtungszeit ab dem Index-Datum (Erstdiagnose) betrug 8,96 Jahre (SD 5,66) bei den HIV-infizierten Patienten und 9,96 Jahre (SD 5,73) bei den Personen der Kontrollgruppe.

Eine HIV-Infektion ging einher mit einem erhöhten Risiko für ESCC (HR 2,21; 95% CI 1,47-3,13) und GCC (HR 1,69; 95% CI 1,00-2,85) sowie einem erniedrigten Risiko für EAC (HR 0,48; 95% CI 0,31-0,74).

In adjustierten Modellen (Alter, Ethnie,Tabak- und Alkohol-Konsum) blieb der Zusammenhang zwischen HIV-Infektion und erhöhtem Risiko für ESCC signifikant (aHR 1,58; 95% CI 1,02-2,47). Dieser Zusammenhang war bei CD4-Werten ≤200 noch stärker (aHR 2,20; 95% CI 1,35-3,60).  Dagegen gab es keine signifikanten Zusammenhänge mit einem Risiko für EAC (aHR 0,82; 95% CI 0,53-1,26), für GCC (aHR 0,80; 95% CI 0,33-1,94) und für GNCC (aHR 1,06; 95% CI 0,61-1,84). Die Risikofaktoren bei HIV-Infizierten entsprachen jenen in der Allgemeinbevölkerung.

Benötigt werden weitere Studien mit längerer Beobachtungszeit, in der Gesamtbevölkerung und mit Frauen.

Limitierungen: Möglicherweise wurden manche HIV-infizierte Patienten nicht erkannt: die erste HIV-Diagnose bei Patienten mit dualer Versicherungsabdeckung spiegelt möglicherweise nicht die Index-Diagnose wider; während der Studie traten wenige Tumoren auf.