HIV: Das Risikoverhalten und der Verlauf von Infektionskrankheiten hängen auch vom Geschlecht ab – Symposium in Hamburg


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
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Kernaussagen

  • Geschlechtsspezifische Unterschiede machen sich auch bei Infektionskrankheiten bemerkbar.

  • Männer und Frauen unterscheiden sich im Risikoverhalten.

  • Das Immunsystem von Männern und Frauen reagiert unterschiedlich auf Infektionen und Impfungen.

  • Geschlechterunterschiede sind entscheidend für Prophylaxe und Therapie – bei HIV-Infektionen ebenso wie bei anderen Infektionskrankheiten.

Hintergrund

Männer und Frauen sind verschieden – das wird auch bei Infektionskrankheiten immer deutlicher. Das zeigt sich einerseits im Risikoverhalten, andererseits aber auch wenn es um die Reaktion des Immunsystems auf Infektionen und Impfungen geht. Und es wird immer deutlicher, dass diese Unterschiede entscheidend sein können für die Therapie und die Prophylaxe. Am Heinrich-Pette-Institut – Leibnitz-Institut für Experimentelle Virologie in Hamburg, fand daher vom 24. bis 25. Januar ein Symposium statt, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen das Zusammenspiel von Geschlecht, Infektionen und Immunsystem beleuchteten.

Schwerpunktthemen

  • Geschlechterunterschiede im Immunsystem

  • Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der HIV-Infektion

  • Sondersituation Schwangerschaft: Das Risiko der Übertragung einer HIV-Infektion von der Mutter auf das Kind

  • Einfluss des Geschlechts auf Infektionen mit dem Influenza-Virus, mit Hepatitis C oder mit Mykobakteien

Klinische Bedeutung

Geschlechtsspezifische Unterschiede können entscheidend sein für die Prophylaxe und die individualisierte Therapie von Infektionskrankheiten. „Ein besseres Verständnis dieser Zusammenhänge ist für die Entwicklung neuer und individualisierter Konzepte zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionskrankheiten hoch relevant“, erklärt Prof. Ulrich Schaible vom Forschungszentrum Borstel, aktueller Sprecher d es Leibniz Center Infection, einem Verbund von drei norddeutschen Leibniz-Instituten zur Kompetenzbündelung auf dem Gebiet der Infektionsforschung.