HIV and AIDS: Was sich bislang getan hat


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Kernaussagen

  • Global fallen die Zahl der HIV-Neuinfektionen und die Zahl der AIDS-bezogenen Todesfälle; dieser Trend ist jedoch nicht weltweit gleichmäßig. Die größte Krankheitslast hat der afrikanische Kontinent. 
  • Die meisten HI-Virus-Übertragungen finden auch weiterhin bei heterosexuellen Kontakten statt.
  • Eine frühe Diagnose und die antiretrovirale Thearpie (ART) haben die Prognose von mit HIV infizierten Menschen enorm verbessert; ihre Lebenserwartung ist heute fast normal.

1981 erstmals erkannt haben das erworbene Immunschwäche-Syndrom (AIDS: acquired immune deficiency syndrome) und sein verursachender Erreger ((HIV: human immunodeficency virus) einen großen Teil der Forschung in den vergangenen drei Jahrzehnten bestimmt. Die Bemühungen haben bereits ein Fülle von Erkenntnissen  geliefert und so zur Entwicklung der antiretroviralen Therapie geführt; die Erkrankung kann  kontrolliert, allerdings nicht geheilt werden.   

Epidemiologischen Schätzungen zufolge hat 2016 mehr als die Hälfte (53%) der 36,7 Millionen HIV-positiven Menschen in Ost- und Südafrika gelebt. Die gute Nachricht zu HIV/AIDS lautet, dass die Zahl der Neuinfektionen fällt; zwischen 2010 und 2016 betrug der Rückgang elf Prozent. Eine Folge davon war auch ein ernomer Rückgang bei der Zahl der AIDS-bezogenen Todesfälle: 2016 waren es eine Million Todesfälle, 2005 waren es dagegen noch 1,9 Millionen; dies entspricht einer Reduktion um 48 Prozent in elf Jahren.

Für diese positiven Trends sind mehrere unterschiedliche Gründe zu nennen, darunter die Zunahme der HIV-Tests, der vermehrte Einsatz der antiretroviralen Therapie und die Verfügbarkeit einer Präexpositions-Prophylaxe. Entgegen verbreiteter Annahmen wird das Virus hauptsächlichen bei heterosexuellen Kontakten übertragen. Außerdem betreffen neun Prozent der jährlichen Neuinfektionen Kinder, wobei die Infektion entweder pränatal, bei der Geburt oder beim Stillen passiert. Molekulare und genetische Tests ermöglichen eine frühe Diagnose, aber die Zahl der spät diagnostizierten Infektionen ist noch immer groß, insbesondere unter heterosexuellen Menschen - mit der Folge eines kurzfristig erhöhten Mortalität-Risikos und der Gefahr einer weiteren Virus-Übertragung.

Eine symptomatische primäre HIV-Infektion kommt bei annähernd der Hälfte der Infizierten vor - bedingt durch hohe zirkulierende HIV-1-Spiegel und die akute Immunreaktion; die Symptome beginnen zwei bis vier Wochen nach der Exposition und können den Symptomen einer Influenza, infektiösen Mononukleose oder aseptischen Meningitis ähneln. Nach der Serokonversion steigt typischerweise die CD4-Zahl, bleibt in der Regel aber unterhalb des Normwertes. Die Viruslast stabilisiert sich innerhalb von rund sechs Wochen bei einem CD4-Wert.

Ohne Therapie fällt die CD4-Zahl letztendlich. Bei einer Zahl von 350 Zellen/Mikroliter wird der Betroffene zunehmend für pathogene Keime anfällig. Fällt der CD4-Wert weiter (unter 200 Zellen/µl), können opportunistische Infektionen oder HIV-assoziierte Tumoren auftreten. Bei Werten unter 100 Zellen/µl besteht ein erhöhtes Risiko für Erregerstreuung und systemische Infektionen. 

Durch die fünf ART-Wirkstoffgruppen hat sich die Prognose der infizierten Menschen dramatisch verbessert; ihre Lebenserwartung gleicht heute der Lebenserwartung in der Gesamtbevölkerung. Was ist nun die neue Herausforderung? Unter anderen Herausforderungen die, das Management der ART-assoziierten Nebewirkungen bei älter werdenden Patienten zu optimieren.