HIV-1-Subtypen, Tat-Proteine und ihre Auswirkungen auf die Genese von HIV-assoziierten kognitiven Störungen


  • Heather Mason
  • Medical News
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

HIV-assoziierte kognitive Störungen (HANI) sind ein Spektrum von neurologischen Störungen, die auf die Wirkung von HIV-1 auf das Zentralnervensystem (ZNS) zurückzuführen sind. HANI sind komplex und werden von mehreren Faktoren beeinflusst, zu denen möglicherweise der HIV-1-Subtyp gehört; das Ausmaß des Einflusses ist allerdings unklar. Der Schweregrad reicht von asymptomatisch bis hin zur milden und der schwersten Form, der HIV-assoziierten Demenz.

Es besteht ein großes Forschungsinteresse am Verständnis der neuropathologischen Mechanismen, die durch den Transaktivator der Transkription (Tat) induziert werden, der als RNA-spezifischer viraler Transkriptionsfaktor fungiert; der Grund: seine Sekretion besteht trotz viraler Suppression fort.

Dieser Übersichtsartikel beschreibt Variationen des Tat-Subtyps, die zu den zugrunde liegenden neurobiologischen Mechanismen von HANI beitragen. Aminosäurevariationen zwischen HIV-1B-Tat (Tat-B) - und HIV-1C-Tat (Tat-C) -Proteinen induzieren Unterschiede in der Transkriptionskapazität, der Transaktivierungskapazität, der Immunregulation und den Wegen, die zu den neuronalen Schäden führen.

Tat dysreguliert den Kynurenin-Weg sowie die Kalziumionenregulation im glutamatergen System und verändert die synaptische Plastizität und die Neuronenmorphologie. 

Das Tat-Protein ist auch für chemotaktische Vorgänge relevant, die zu einer Dysregulation der Zytokine führen können und zur Neuropathophysiologie von HANI beitragen.

Der HIV-1-Subtyp B (HIV-1B) kommt in Amerika, Westeuropa und Australiasien vor und macht 12% aller HIV-Infektionen aus, während der HIV-1-Subtyp C (HIV-1C) im südlichen Afrika und in Indien vorkommt und 50% der weltweiten HIV-Bevölkerung ausmacht. Präklinische Studien deuten auf eine erhöhte Neurovirulenz für HIV-1B mit einer höheren HANI-Prävalenz hin; neuere Studien liefern jedoch widersprüchliche Ergebnisse.

Hauptpunkte:

  • Das HIV-Tat-Protein ist eine wichtige virale Determinante bei der HANI-Entwicklung.
  • Tat-B und Tat-C unterscheiden sich biologisch.
  • Inwieweit die Variation der Tat-Sequenz die Neurovirulenz und den neurologischen Verlauf beeinflusst, muss weiter untersucht werden.

Diese Übersichtsarbeit identifiziert wichtige Unterschiede in der Proteinsequenz, die für eine veränderte Neuropathogenese von Bedeutung sein können.