HIV-1: Kein Nachweis-Problem bei Subtyp-C


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
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Kernaussagen

  • Der HIV-1-Nachweis mithilfe von Nukleinsäureamplifikationstests (NATs) hat in der Vergangenheit beim Subtyp B vereinzelt zu falsch-negativen Testergebnissen geführt. Der Grund war eine Mutation.
  • Daher sind in Deuschland seit 2012 Tests vorgeschrieben, die sich gegen mindestens zwei verschiedene Regionen im Genom richten.
  • Beim weltweit vorherrschenden Subtyp C scheint dieses Problem nicht aufzutreten. In der vorliegenden Studie war der Nachweis per NAT bei diesem Subtyp sehr zuverlässig.

Fehler beim HIV-Test können schwere Folgen haben. In den 2000er Jahren waren vereinzelt HIV-Tests bei Blutspenden falsch-negativ. Dadurch kam es in Deutschland in den Jahren 2007 und 2010 jeweils zu einer Übertragung des Virus durch eine Blutspende. Der Grund dafür war eine Mutation im Genom des in Deutschland vorherrschenden HIV-1 Subtyp B. Der HIV-Nachweis im Zusammenhang mit Blutspenden erfolgt mithilfe von NATs, bei denen ein bestimmter Abschnitt des Virusgenoms vervielfältigt und dadurch messbar wird. Da die Mutation den für den NAT relevanten Abschnitt betraf, versagte in diesen Fällen der Test. 2012 ordnete das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Sicherheit von Blut und Blutprodukten zuständig ist, daher an, dass beim NAT mindestens zwei verschiedene Abschnitte des Virusgenoms unabhängig voneinander nachgewiesen werden müssen (Dual-Target-NAT).

NAT bei HIV-1 Subtyp C zuverlässig

Doch wie zuverlässig ist die Testung bei anderen Subtypen? Zwar ist der HIV-1 Subtyp-1 in Europa, Nordamerika und Australien der vorherrschende dominierend. Global betrachtet tritt dieser Subtyp jedoch in den Hintergrund und nur rund 11% aller Infektionen mit HIV-1 aus. Am häufigsten ist der HIV-1 Subtyp C, der für rund 48% aller HIV-1-Infektionen verantwortlich ist – mit Schwerpunkt in Süd- und Ostafrika, Indien und China.

    Wissenschaftler des Paul-Ehrlich-Instituts untersuchten nun in Zusammenarbeit mit dem Blutspendedienst Südafrika 398 Plasmaproben von HIV-infizierten Blutspenderinnen und Blutspendern aus Südafrika. Dabei kamen sieben auf dem europäischen Markt erhältliche HIV-1-NATs mit unterschiedlichem Design (Mono-Target, Dual-Target; verschiedene Zielabschnitte im Erbgut) zum Einsatz. Dabei zeigte sich, dass alle Proben, die positiv waren für HIV-1 Subtyp C auch positiv getestet wurden – und zwar unabhängig vom NAT-Design und auch mit Tests, die sich nur gegen einen einzigem Abschnitt im Genom richten.

    "Die Ergebnisse bestätigen zum einen, dass der weltweit am häufigsten auftretende HIV-1-Subtyp C sehr zuverlässig nachgewiesen werden kann. Auch zeigen die guten Übereinstimmungen, dass die internationalen Bestrebungen zur Standardisierung dieser wichtigen In-vitro-Diagnostika erfolgreich sind"", erläutert PD Dr. Micha Nübling, Leiter der Abteilung Grundsatzfragen, Koordination des Paul-Ehrlich-Instituts, die Bedeutung der Ergebnisse.