Hinweis auf erhöhtes Demenzrisiko unter Softdrinks mit künstlichen Süßstoffen


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften 

Der Konsum Süßstoff-haltiger Getränke geht mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall und Demenz einher. Für den Konsum Zucker-haltiger Getränke fand man dagegen keinen solchen Zusammenhang.

Hauptergebnisse

Menschen, die täglich mindestens ein Getränk mit künstlichem Süßstoff konsumierten, hatten im Zehnjahreszeitraum danach ein 2,96-fach höheres Risiko für einen ischämischen Schlaganfall (P=0,01) und ein 2,89-fach höheres Risiko, eine Alzheimer-Demenz zu erleiden (P=0,02), als jene Studienteilnehmer, die gar keine Süßstoff-haltigen Getränke zu sich nahmen.

Design

Prospektive Kohorten-Studie anhand des 7. Untersuchungszyklus 1998 – 2001 der Framingham Heart Study Offspring Kohorte. Geschätzt wurde die Inzidenz von Schlaganfall und Demenz über den folgenden 10-Jahres-Zeitraum. Das Schlaganfallrisiko wurde erfasst für 2888 Teilnehmer über 45 Jahren (Durchschnittsalter 62). Das Demenzrisiko wurde erfasst für 1484 Teilnehmer über 60 Jahren (Durchschnittsalter 69). Stratifiziert wurde nach der Menge und der Art von konsumierten Getränken, die per Fragebogen erhoben wurden.

Klinische Bedeutung

Für den Schlaganfall gab es zuvor bereits Hinweise auf eine Korrelation mit dem Konsum zuckerhaltiger und künstlich gesüßter Getränke. Darüber hinaus wird hier erstmals eine Assoziation zwischen der täglich Einnahme künstlicher gesüßter Getränke und einem erhöhten Risiko für Demenz und Alzheimer-Demenz berichtet. Obwohl die Analyse für die Faktoren Alter, Geschlecht, Ausbildung, Kalorienaufnahme, Ernährungsqualität, körperliche Aktivität und Rauchen adjustiert wurde, konnte die Kohortenstudie nicht alle möglichen Faktoren berücksichtigen, und es wurde auch nicht differenziert nach der Art der Süßstoffe. Auch die Autoren betonen, dass ihre Arbeit keinen Nachweis einer Ursache-Wirkungsbeziehung darstellt.