Hilfsmittel: CDU-Politiker regt Direktzugang für spezielle Fälle an

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Berlin (pag) – Dr. Roy Kühne sieht noch einige Stellschrauben im Gesundheitssystem, an denen nachjustiert werden kann. Zum Beispiel bei der Hilfsmittelversorgung: Hier sei in speziellen Fällen ein Direktzugang ohne Umweg über den Arzt denkbar, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete beim Gesprächskreis Gesundheit des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed).

„Wie kann man beim Dreieck Arzt-Therapeut-Patient verschiedenste Wege abkürzen, die im angloamerikanischen Bereich völlig normal sind?“, fragt sich Kühne, der selbst Physiotherapeut und Berichterstatter seiner Fraktion für Hilfsmittel ist. In einigen Fällen könnten die Leistungserbringer die nötigen Maßnahmen unter sich ausmachen, ohne dass der Arzt involviert ist. Die gesundheitspolitische Frage laute deswegen: „Sind wir bereit, Verantwortung auf andere Schultern zu verteilen?“ Schließlich gehe es auch darum, Ärzte zu entlasten, so Kühne.

In Bezug auf das neu eingeführte Verbot der Hilfsmittelausschreibungen sagt der CDU-Politiker, dass es „manche Exzesse der Krankenkassen“ gegeben habe. Aber  „Ausschreibungen sind nicht per se schlecht“, so Kühne. Ob das Verbot nun die Ideallösung ist, werde sich zeigen. Kühne glaubt: „Der eine oder andere wird den Klageweg beschreiten.“ Künftig müssten Krankenkassen die Verhandlungen über Hilfsmittel transparent führen, fordert Kühne.

Sorgen bereitet dem BVMed derzeit das geplante Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung. Laut aktuellem Entwurf fallen bestimmte Artikel, die pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkungsweisen haben, nicht mehr unter die Verbandmitteldefinition. „Es wird eine Versorgungslücke geben“, befürchtet BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Er regt an, dass Kühne dieses Thema bei Prof. Josef Hecken, dem Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, anspricht. Kühnes Antwort: „Das mache ich auch.“