Herzversagen mit Sinusrhythmus: keine bessere Prognose durch Faktor-Xa-Hemmer


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Rivaroxaban verbesserte nach progredienter Herzinsuffizienz nicht die Prognose von KHK-Patienten mit Sinusrhythmus. Die Gesamt-Mortalität zum Beispiel war unter dem Gerinnungshemmer nicht signifikant geringer als unter Placebo.

Hintergrund

KHK-Patienten haben nach einer Episode progredienten Herzversagens eine verschlechterte Prognose, insbesondere in den ersten Monaten. Frühere Studien lassen vermuten, dass dabei Thrombin eine Rolle spielt. Daraus hat sich die Überlegung ergeben, mit einem Faktor-Xa-Hemmer wie Rivaroxaban die Thrombin-Produktion zu reduzieren und so den klinischen Verlauf positiv zu beeinflussen. Dies ist nun in einer randomisierten und kontrollierten Studie (COMMANDER HF) geprüft worden. 

Design

Randomisierte und kontrollierte Doppelblind-Studie mit 5022 KHK-Patienten, die eine chronische Herzinsuffizienz hatten (linksventrikuläre Ejektionsfraktion maximal 40 %), aber kein Vorhofflimmern. Sie erhielten zusätzlich zur Standardtherapie entweder Rivaroxaban (2 x 2,5 mg/die) oder Placebo. Alle Patienten bekamen ASS, manche sogar zwei Plättchenhemmer. Das Durchschnittsalter betrug 66 Jahre, knapp ein Viertel der Patienten waren Frauen, die mittlere LVEF betrug 34 Prozent. Primärer Wirksamkeits-Endpunkt war die Kombination von Gesamt-Mortalität, Herzinfarkt und Schlaganfall. Primärer Sicherheits-Endpunkt waren tödliche Blutungen oder Blutungen mit dem Potenzial, eine dauerhafte Behinderung zu verursachen. Die mediane Beobachtungszeit betrug 21,1 Monate.

Hauptergebnisse

Beim primären Wirksamkeits-Endpunkt gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen: In der Rivaroxaban-Gruppe erlitten 626 von 2507 Patienten (25,0 Prozent) ein primäres Endpunkt-Ereignis, in der Placebo-Gruppe 658 von 2515 Patienten (26,2 Prozent). Die Berechnungen ergaben eine Hazard Ratio von 0,94 (95% CI: 0,84 - 1,05; p = 0,27). Auch beim Einzel-Parameter Gesamt-Mortalität gab es keinen signifikanten Unterschied (21,8 versus 22,1 Prozent).

Statistischen Gleichstand gab es mit 0,7 versus 0,9 Prozent auch beim primären kombinierten Sicherheits-Endpunkt: Hazard Ratio: 0,80 (95% CI: 0,43 bis 1,49; p = 0,48). Schwere Blutungen waren erwartungsgemäß unter dem Gerinnungshemmer signifikant häufiger als unter Placebo (HR: 1,68, 95% CI: 1,18 - 2,39, p = 0,003).

Klinische Bedeutung

Die Studie lässt schlussfolgern, dass eine Reduktion der Thrombin-Produktion durch Faktor-Xa-Hemmung die Prognose von hospitalisierten KHK-Patienten, bei denen sich die Herzleistung gerade verschlechtert hat, aber Sinusrhythmus besteht, nicht beeinflusst. Möglicherweise spielen thrombin-vermittelte Ereignisse bei diesen Patienten für die kardiovaskuläre Prognose nicht die wichtigste Rolle. Ob die Patienten von höher dosiertem Rivaroxaban profitiert hätten, ist allerdings unklar. 

Finanzierung: Janssen Research and Development