Herzkatheteruntersuchungen: Patienteninformationen werden durch Aufklärungscomics besser vermittelt


  • Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Forschende der Charité konnten am Beispiel der Herzkatheteruntersuchung zeigen, dass in einer randomisierten Studie, Patienteninformationen in Form von Aufklärungscomics die Patienten besser erreichen und so das Verständnis erhöhen und ein reduziertes Angstgefühl hervorrufen.

Hintergrund

Medizinische Laien sollen durch Patienteninformationen über Fragen der bevorstehenden Untersuchungs- bzw. Behandlungsmöglichkeiten des Arztes informiert werden. Obschon die ärztliche Aufklärung ein integraler Teil der selbstbestimmten Patientenentscheidung sein sollte, ist die Komplexität der zu vermittelten Inhalte oft sehr hoch und überfordert die Patienten zunehmend.

Aufklärungscomics bei Herzkatheteruntersuchungen

Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit hat sich gezeigt, dass das Grundprinzip einer bevorstehenden Herzkatheteruntersuchung trotz Aufklärung oft nicht vollständig erfasst wird und somit sich Fehleinschätzung über den Nutzen dieser Maßnahme einstellen.

Forschende der Charité haben nun in der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine ihre Erkenntnisse aus einer randomisierten Studie veröffentlicht, in der Patienteninformationen in Form von Aufklärungscomics für Herzkatheteruntersuchungen verwandt wurden.

Die 15-seitigen Aufklärungscomics sollten den Patienten verdeutlichen, wie der Eingriff genau abläuft, welchen medizinischen Nutzen und welche potenziellen Risiken die Untersuchungsmethode birgt.

Insgesamt 121 Patienten wurden vor der Herzkatheteruntersuchung, entweder wie bisher üblich in einem ärztlichen Gespräch anhand des offiziellen Aufklärungsbogens informiert oder ihnen wurde anschließend zusätzlich das Comic zur Verfügung gestellt.

Deskriptiv werteten die Forscher - anhand von verschiedenen Fragebögen vor und nach dem Aufklärungsgespräch - aus, wie gut die Betroffenen den Eingriff verstanden hatten, wie stark ihr Angstgefühl ausgeprägt war und ob sie mit der Aufklärung zufrieden waren.

Die bildliche Darstellung erleichterte in der Tat das Begreifen der Aufklärungsinhalte.

So konnten die Patienten mit visueller Aufklärung im Schnitt knapp 12 von 13 Fragen zur Vorgehensweise, den Risiken und wichtigen Verhaltensregeln nach dem Eingriff korrekt beantworten. Nach der klassischen Aufklärungsmethode lag der Wert nur bei etwa 9 von 13 richtig beantworteten Fragen.

Insgesamt zeigten sich rund 72% der Patienten mit der Comic-Aufklärung zufrieden und fühlten sich gut auf die Herzkatheteruntersuchung vorbereitet – nach der Standardaufklärung waren es nur 41%.

Die Forscher gehen davon aus, dass ein Comic es ermöglicht, sowohl textlich als auch visuell komplexe Inhalte zu vermitteln. So könne man verschiedenste Lerntypen erreichen. Die Forscher schlagen vor, Aufklärungscomics ergänzend zu den standardisierten Aufklärungsgesprächen zu verwenden.

Finanzierung: Friede Springer Herz Stiftung