Herzinsuffizienz und Diabetes: Studien-Auswertung spricht für Gliflozin-Therapie


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Im Vergleich zu DPP-4-Hemmern und GLP-1-Agonisten schützen Gliflozine Typ-2-Diabetiker am besten vor einer Herzinsuffizienz. 

Hintergrund

Typ-2-Diabetiker, die eine Herzinsuffizienz entwickeln, haben eine besonders schlechte Prognose. Eine effektive Prävention gilt daher als unbedingt erforderlich. Empfohlen wird die kardiologische Standardmedikation und eine gute Blutzucker-Einstellung. Insbesondere aufgrund positiver Studienergebnisse mit Gliflozinen wie Empagliflozin stehen seit einiger Zeit moderne Antidiabetika im Mittelpunkt der Diskussionen zur Herzinsuffizienz-Prävention und -Therapie bei Typ-2-Diabetes-Patienten. 

Design

Metaanalyse von randomisierten und Placebo-kontrollierten Studien zum Vergleich von drei Antidiabetika-Klassen und dem Effekt auf die Rate Herzinsuffizienz-bedingter Hospitalisierungen von Typ-2-Diabetikern. Ausgewertet wurden neun Studien zu SGLT-2-Hemmern, DPP-4-Hemmern und GLP-1-Agonisten mit insgesamt 87.162 Teilnehmern. 

Hauptergebnisse

  • Den stärksten Effekt auf die Hospitalisierungsrate haben die Gliflozine (SGLT-2-Hemmer): Die Berechnungen ergaben eine relative Risikoreduktion im Vergleich zu Placebo von 44 Prozent (RR 0,56; CI 0,43 - 0,72). Auch im Vergleich zu DPP-4-Hemmern und GLP-1-Agonisten schnitten die Gliflozine mit einer RR von 41 und 50 Prozent besser ab. 
  • Weder DPP-4-Hemmer noch GLP-1-Agonisten hatten im Vergleich zu Placebo einen statistisch signifikanten Effekt auf die Hospitalisierungsrate. 
  • Zwischen der Reduktion des HbA1C-Wertes und dem Hospitalisierungs-Risiko wurde kein signifikanter Zusammenhang festgestellt. 

Klinische Bedeutung

In der Therapie zur Reduktion der kardiovaskulären Morbidität und Letalität bei Diabetes-Kranken wurde bislang vor allem auf die Verhinderung koronarer Ereignisse fokussiert. Daten neuerer Studien legen nahe, dass auch eine frühe Diagnose und spezifische Therapie einer Herzinsuffizienz für die Prognose von entscheidender Bedeutung sein könnten.  Empfohlen wird daher, bei Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung unabhängig vom HbA1c-Wert zusätzlich ein Gliflozin zur Senkung des Risikos für Sterblichkeit, Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz und Entwicklung einer Herzinsuffizienz zu geben. Die aktuelle Studien-Auswertung unterstützt diese Empfehlung. 

Finanzierung: Mount Sinai Hospital