Herzinsuffizienz: bitte Angaben der Patienten zum Gesundheitszustand berücksichtigen!

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Patienten, die laut Eigenangaben unter einem schlechten Gesundheitszustand litten, wiesen ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ergebnisse auf, selbst wenn ihr Arzt ihren Gesundheitszustand als gut beurteilte.

Erkenntnis

  • Das Risiko für Krankenhausaufenthalte und Tod war bei Patienten mit Herzinsuffizienz (HI) bei denjenigen erhöht, die sich nach ärztlicher Beurteilung in einem guten, nach eigenen Angaben jedoch in einem schlechten Gesundheitszustand befanden.

Warum das wichtig ist

  • Instrumente zur Messung der von Patienten berichteten gesundheitsbezogenen Lebensqualität werden empfohlen, in der routinemäßigen klinischen Praxis jedoch zu wenig eingesetzt.

Studiendesign

  • Retrospektive Kohortenstudie mit 4.818 HI-Patienten aus 11 asiatischen Regionen (ASIAN-HF Registry).
  • Die vom Patienten angegebene gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde durch den Gesamtscore im Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire definiert: ≥ 71,9 (gut) vs. < 71,9 (schlecht).
  • Der vom Arzt beurteilte Schweregrad der HI-Symptome wurde gemäß der New-York-Heart-Association Klassifikation definiert: I oder II (gut) vs. III oder IV (schlecht).
  • Hauptergebnis: Kombination aus HI-bedingter Krankenhauseinweisung oder Tod nach 1 Jahr
  • Finanzierung: Boston Scientific Investigator-Sponsored Research Program, andere Sponsoren

Wesentliche Ergebnisse

  • Zur Baseline:
    • 43 % der Patienten wiesen übereinstimmend einen guten Gesundheitszustand auf.
    • 23 % wiesen übereinstimmend einen schlechten Gesundheitszustand auf.
    • 7 % wiesen einen nicht übereinstimmenden, vom Arzt als schlechter beurteilten Gesundheitszustand auf.
    • 27 % wiesen einen nicht übereinstimmenden, vom Patienten als schlechter beurteilten Gesundheitszustand auf.
  • Im Vergleich zur Gruppe mit übereinstimmend gutem Gesundheitszustand wurde für die anderen Gruppen ein höheres bereinigtes 1-Jahres-Risiko für HI-bedingte Krankenhausaufenthalte oder Tod beobachtet:
    • das Risiko war in der Gruppe mit übereinstimmend schlechtem Gesundheitszustand um 174 % höher.
    • Das Risiko war in der Gruppe mit nicht übereinstimmendem, laut Patienten schlechterem Gesundheitszustand um 75 % höher.
    • Das Risiko war in der Gruppe mit nicht übereinstimmendem, laut dem Arzt schlechterem Gesundheitszustand um 54 % höher.
  • Ob die Patienten eine erhaltene oder reduzierte Ejektionsfraktion aufwiesen, resultierte nicht in signifikanten Modifikationen dieser Assoziationen.
  • Patienten mit abweichendem, patientenseitig als schlechter angegebenem Gesundheitszustand waren tendenziell jünger und präsentierten die höchsten Prävalenzen von Hypertonie und VHF aller Gruppen.

Einschränkungen

  • Die beiden eingesetzten Instrumente wurden für die Skalierung verschiedener HI-Schweregrade entwickelt.
  • Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse auf nicht-asiatische Patienten ungewiss.