Herzinfarkt: Das Pflaster für das Herz soll die Kontraktionskraft verbessern

  • 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaft

Durch Herzinfarkt geschädigtes Herzgewebe soll zukünftig mit sogenannten Herzpflastern stabilisiert werden. Erste Untersuchungen haben bereits die Überlegenheit der Methode gegenüber der Stammzellinjektion gezeigt. Bereits im kommenden Jahr sollen in einer durch das Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) geleiteten Studie erste "Herzpflaster" bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz getestet werden.

Hintergrund

Rund 200.000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr einen Herzinfarkt. Aufgrund der engmaschigen Notfallversorgung ist die Überlebensrate mit 75 % sehr hoch. Allerdings bleiben oft Herzschäden zurück, die die Kontraktionskraft des Herzens dauerhaft beeinträchtigen. Weltweit arbeiten Forscher mit verschiedenen, aus Stammzellen gewonnenen, Herzmuskelzellen, um kontraktile Herzmuskelflicken zu züchten. Diese „Engineered heart tissue“ (EHT) bezeichneten Gewebe sollen auf die Oberfläche des Herzens aufgenäht werden, anwachsen und neues Herzgewebe bilden.

Herzpflaster versus Zellinjektion

Sowohl die Injektion von Herzmuskelzellen, als auch das Aufbringen von Herzpflastern wurde bereits erfolgreich in verschiedenen Studien getestet. Dabei zeigte sich, dass nach Zellinjektion vorübergehend Herz-Rhythmusstörungen auftreten konnten. Erfreulicherweise sind bei keiner Methode schwerwiegende Nebenwirkungen aufgetreten – insbesondere keine Tumoren, die als gefürchtetes Risiko bestimmter Stammzelltypen gelten.

Gegenüber der Zellinjektion hat das Herzpflaster einige Vorteile. Mit dem Herzpflaster können Gewebeflicken lokal aufgebracht werden, sodass die Gefahr des Abschwemmens nicht gegeben ist. Dies erhöht unter anderem die Effizienz, reduziert die Rhythmusstörungen und stabilisiert die Kontraktionskraft des geschädigten Herzgewebes.

Offene Fragen zum Herzpflaster

Im kommenden Jahr soll eine DZHK-Studie erste Herzpflaster bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz klinisch testen. Insbesondere das umgehen einer Immunsuppression durch geeignete Zelllinien sowie die elektrische Ankopplung des neuen Gewebes an den Herzmuskel, sollen im Langzeitverlauf untersucht werden.

Mediziner seien momentan sehr zuversichtlich, schon in absehbarer Zeit Patienten mit den neuen Zellen behandeln und ihre Herzfunktion wieder verbessern zu können, so die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin.