Herzgefäß-Krankheiten: Bildung mag schützen, doch wie ist nicht völlig verstanden

  • British Medical Journal

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Bildung kann vor kardiovaskulären Krankheiten schützen. Relevante Bindeglieder sind BMI, systolischer Blutdruck und Rauchen bzw. Nichtrauchen. Es muss allerdings noch weitere Faktoren geben, mit denen der protektive Effekt guter Bildung erklärt werden kann. 

Hintergrund

Mehrere Beobachtungsstudien haben gezeigt, dass es zwischen Bildung und chronischen Erkrankungen wie kardiovaskulären Erkrankungen Zusammenhänge gibt. Erklärt wird dies zumeist mit unterschiedlichen, vom Bildungsgrad abhängigen Lebensgewohnheiten. Für  gezielte medizinische, gesundheits- und bildungspolitische Maßnahmen sind genaue Erkenntnisse zu den Zusammenhängen erforderlich. 

Design

Ausgewertet wurden Daten der UK Biobank und Daten internationaler Genom-Studien. Zur Einschätzung des Einflusses verschiedener Parameter bzw. Risikofaktoren wurde die Methode der Mendelschen Randomisierung verwendet. Untersucht wurde, inwieweit das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten, KHK, Schlaganfall, Herzinfarkt von den bildungsassoziierten Parametern systolischer Blutdruck, BMI und Rauchverhalten vermittelt wurde.

Hauptergebnisse 

  • Zwischen Bildung und KHK-Risiko besteht eine inverse Beziehung: Je mehr Bildung, desto geringer das KHK-Risiko.
  • Der Beitrag des BMI zu dieser Risikoreduktion beträgt den Berechnungen nach etwa 15 Prozent in der Beobachtungsanalyse und 18 Prozent bei der MR-Analyse.
  • Für den systolischen Blutdruck ermittelten die Autoren elf und 21 Prozent, für das Rauchverhalten 19 und 34 Prozent.
  • Für die Kombination aller drei Faktoren ergaben die Berechnungen 42 und 36 Prozent. 
  • Ähnliche Werte wie bei der KHK ermittelten die Wissenschaftler für Schlaganfall, Herzinfarkt und kardiovaskuläre Erkrankungen. 

Klinische Bedeutung

Die Ergebnisse bestätigen zum einen, dass es zwischen Bildung und kardiovaskulären Erkrankungen einen Zusammenhang gibt; Bemühungen um eine verbesserte Bildung sind demnach auch medizinisch und gesundheitspolitisch relevant. Die Studie bestätigt zudem, dass  BMI, systolischer Blutdruck und Rauchverhalten relevante Bindeglieder dieses Zusammenhangs sind.  Die Studie zeigt aber zum anderen auch, dass der protektive Effekt der Bildung nicht allein mit diesen „Bindegliedern“ zu erklären ist. Es muss also noch andere Faktoren geben; ihre Kenntnis könnte genutzt werden, um gezielte Maßnahmen für eine bessere Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen ergreifen zu können.

Finanzierung: National Heart, Lung, and Blood Institute’s Framingham Heart Study, National Institute on Ageing, National Institute of Neurological Disorders and Stroke