Herz-MRT bei Schrittmacher-Patienten: vertretbares Risiko, aber weiterhin strenge Indikationsstellung


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) hat ergänzende Empfehlungen zu kardialen MRT-Untersuchungen bei Patienten mit Herzschrittmachern und implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren formuliert. Danach sind MRT-Untersuchungen bei Patienten mit einem HSM oder einem ICD unter bestimmtem Sicherheitsvorkehrungen mit einem vertretbaren Risiko möglich.

Hintergrund

Bei der aktuellen Publikation handelt es sich um eine Ergänzung/Aktualisierung zu dem Konsensuspapier der DGK und der Deutschen Röntgengesellschaft aus dem Jahr 2017. Konkreter Anlass für die ergänzenden Empfehlungen sind Studien sowie neue technische Entwicklungen. Mit ihren Empfehlungen wollen die Kardiologen und Radiologen Patienten mit aktiven kardialen Implantaten den Zugang zu einer kardialen MRT-Untersuchung unter strenger Indikationsprüfung ermöglichen, ohne dass Patientensicherheit und Bildqualität wesentlich eingeschränkt werden.

Hauptaussagen

  1. In Analogie zu sonstigen MRT-Untersuchungen sind konventionelle (d.h. nicht bedingt MRT-sichere) HSM- und ICD-Systeme auch für kardiale MRT-Untersuchungen nicht mehr als eine absolute, sondern als eine relative Kontraindikation anzusehen.
  2. Herz-MRT-Untersuchungen bei Patienten mit HSM oder ICD sind mit einem besonderen Risiko verbunden, da Wechselwirkungen zwischen Gerät, MRT und Gewebe verstärkt sein können und das Myokard der Patienten potenziell vulnerabel und daher möglicherweise anfällig für Störeinflüsse ist. 
  3. Durch einen HSM oder ICD kann die Bildqualität beeinträchtigt werden, so dass angepasste MRT-Pulssequenzen erforderlich sein können. 
  4. Entscheidend bei Indikationsstellung und Untersuchung sind die Abschätzung des individuellen Nutzen-Risiko-Verhältnisses, eine umfassende Aufklärung über spezifische Risiken, dezidierte Sicherheitsmaßnahmen zur Reduzierung dieser Risiken sowie adäquate Monitoringtechniken. 
  5. Die Anwesenheit von in kardialer MRT und ICD/HSM-Therapie erfahrenen Ärzten ist erforderlich. 
  6. Obgleich einige HSM und ICD als bedingt MRT-sicher einschließlich kardialer MRT-Untersuchungen zugelassen sind, gelten dennoch weitgehend ähnliche Vorsichts- und Monitoringmaßnahmen wie bei Trägern konventioneller HSM- und ICD-Systeme. 
  7. Für die Patientensicherheit sind die genaue Kenntnis und Beachtung der spezifischen Nutzungsbedingungen des jeweiligen HSM oder ICD entscheidend.

Klinische Bedeutung

Kardiale MRT-Untersuchung sind heute auch bei Patienten mit HSM und ICD mit hoher Sicherheit sowie suffizienter Bildqualität möglich.  Die Indikation zu kardialen MRT-Untersuchungen bei Patienten mit HSM und ICD ist nach Angaben der Autoren jedoch „weiterhin streng zu stellen unter Berücksichtigung alternativer diagnostischer Verfahren und unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko“.

Finanzierung: keine  Angaben