Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prognostische Bedeutung der Langzeit-Blutdruckmessung bestätigt

  • JAMA

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

In einer internationalen Langzeitstudie war der nächtliche Blutdruck neben dem 24-Stundendurchschnittswert der wichtigste Prädiktor für künftige Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder den Tod des Patienten. Die Studie bestätigt damit die Bedeutung der ambulanten Blutdruck-Langzeitmessung für die Diagnose der arteriellen Hypertonie.

Hintergrund

Erkrankungen des Herzens und des arteriellen Systems gehen im Regelfall mit einem erhöhten Blutdruck einher. Die Diagnose einer arteriellen Hypertonie kann durch die 2-malige Messung des Blutdrucks in der Praxis gestellt werden. Aussagekräftiger ist jedoch, dass alle 15 (oder 30) Minuten automatisch eine Blutdruckmessung durchführt wird. Die automatische Blutdruckmessung wird heute von den Leitlinien empfohlen, erfordert allerdings die Erfassung großer Datenmengen, deren Bedeutung zur Abschätzung der Prognose nicht immer klar ist.

Aus diesem Grund wurden Daten der automatischen Blutdruckmessung seit 1988 in der IDACO-Studie („Ambulatory Blood Pressure in Relation to Cardiovascular Outcome“) gesammelt, um sie mit dem späteren Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfällen in Beziehung zu setzen.

Langzeit-Blutdruckmessungen sind aussagekräftiger  

Ein internationales Wissenschaftlerkonsortium verfolgte 14 Jahre lang 11.135 Personen. Zu den Teilnehmern der Studie gehörten Einwohner von zwölf Ländern in Europa, Ostasien und Lateinamerika. Die Forscher verglichen die Vorhersagegenauigkeit von Blutdruckmessungen, die von einem Gesundheitsdienstleister in einer Büroumgebung durchgeführt wurden, mit wiederholten Blutdruckmessungen, die 24 Stunden lang – sowohl bei Tag als auch bei Nacht – aufgezeichnet wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass erhöhte 24-Stunden- und Nachtblutdruckwerte signifikant mit einem höheren Risiko für Todesfälle und kardiovaskuläre Ereignisse verbunden sind.

Nächtlicher systolischer Blutdruck prognostiziert Sterberisiko

Die stärkste Assoziation wurde für das nächtliche systolische Blutdruckniveau gefunden. Jeder Anstieg des systolischen Blutdrucks um 20 mm Hg erhöhte hier das Sterberisiko um 23 % und das Risiko für ein Herz-Kreislauf-Ereignis um 36 %. Der zweitbeste Prädiktor für das Sterberisiko und für Herz-Kreislauf-Ereignisse war der durchschnittliche Blutdruck über die Gesamtdauer einer 24-Stunden-Messung.

Einer der Vorteile der Messung des Blutdrucks im Schlaf besteht darin, dass die Ergebnisse nicht durch Aktivitäten am Tag oder Mahlzeiten beeinflusst werden. Die Forscher gehen davon aus, dass dies zumindest teilweise die Genauigkeit des nächtlichen Blutdrucks bei der Vorhersage von Herz- und Gefäßerkrankungen erklärt.

Finanzierung: KU Leuven