Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ex-Raucher haben über viele Jahre ein bestehendes Risiko

  • JAMA

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaft

Wer das Rauchen aufgibt, verbessert nicht nur seine körperliche Fitness. Auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt langfristig. Ein Vorteil gegenüber aktiven Rauchern war in einer neuen Analyse der Framingham-Herz-Studie bereits in den ersten 5 Jahren nachweisbar. Bis Ex-Raucher das Niveau von Niemals-Rauchern erreichen, vergehen jedoch mindestens 10 Jahre.

Hintergrund

Tabakrauchen ist nicht nur die mit Abstand häufigste Ursache für Lungenkrebs, sondern auch ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So ist in den USA Rauchen für 20 % aller Herz-Kreislauf-Todesfälle verantwortlich.

Der zeitliche Verlauf des Risikos für kardiovaskuläre Erkrankungen nach der Raucherentwöhnung ist unklar. Risikorechner gehen momentan davon aus, dass ehemalige Raucher maximal für 5 Jahre gefährdet sind.

Welche Beziehung bei starken Rauchern zwischen der Zeit der Raucherentwöhnung und dem anschließenden Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht, wurde nun in der Framingham-Herz-Studie untersucht.

5 Jahre nach einem Rauchstopp sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Framingham-Herz-Studie ist eine Beobachtungs-Kohortenstudie die seit 1948 eine Stichprobe von Einwohnern der gleichnamigen Kleinstadt in Neuengland regelmäßig befragt und untersucht. Während einer Nachbeobachtungszeit von im Mittel 26,4 Jahren wurden 8.770 Teilnehmer auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Myokardinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz oder kardiovaskulärer Tod) und ihren Raucherstatus untersucht.

In dieser Zeit traten bei 2.435 der 8.770 Teilnehmer eine Herz-Kreislauf-Erkrankung auf. Das Risiko früherer starker Raucher (≥ 20 Packungsjahre) für Herz-Kreislauf-Erkrankungen innerhalb von 5 Jahren nach der Raucherentwöhnung war im Vergleich zu aktuellen Rauchern signifikant niedriger. Die Inzidenzraten pro 1000 Personen-Jahren sanken von 11,56 auf 6,94, was einem Chancenverhältnis HR von 0,61 entspricht.

Im Vergleich zu Niemals-Rauchern bleib ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen für mindestens 5 bis 10 Jahre bestehen. Ab dem 10. Jahr nach der letzten Zigarette sind gesundheitliche Nachteile nicht mehr signifikant nachweisbar. Die Studie zeigt allerdings auch, dass Ex-Raucher ein Vierteljahrhundert warten müssen, bis sie das Ausgangsrisiko von Niemals-Rauchern erreichen.

Finanzierung: National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI)