Herr und Frau Doktor: Wer arbeitet mehr?


  • Mary Corcoran
  • Medizinische Nachrichten
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Die Autoren eines neuen Artikels haben darauf hingewiesen, dass „die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen“ erklären könnten, warum sie in ihren Untersuchungen feststellten, dass Frauen in Ärzteehepaaren mit Kindern weniger Stunden arbeiteten als die Männer.

Für diese Forschungsarbeit, die im JAMA Internal Medicine veröffentlicht wurde, ermittelten die Autoren die Wochenarbeitsstunden von nahezu 10.000 verheirateten Ärztepaaren in den USA. Sie fanden heraus, dass bei kinderlosen Ärztepaaren die Männer 57 Stunden und die Frauen 52,4 Stunden pro Woche arbeiteten.

Es gab keine statistisch signifikante Differenz in den Arbeitsstunden zwischen Männern, deren jüngstes Kind 1 bis 2 Jahre alt war, und kinderlosen Paaren. Frauen, deren jüngstes Kind 1–2 Jahre alt war, arbeiteten signifikant weniger Stunden als Frauen aus kinderlosen Ehen. Auch mit Älterwerden des jüngsten Kindes blieb die Zahl der Arbeitsstunden bei den Frauen mit Kindern im Vergleich zu Frauen ohne Kinder nach wie vor niedriger. Bei Männern war dies nicht zu beobachten.

„Eine mögliche Erklärung für unsere Ergebnisse ist, dass auch bei Ärzteehepaaren von der Frau gesellschaftlich noch immer erwartet wird, dass sie zugunsten der Kindererziehung die Arbeitsstunden reduziert“, sagten die Autoren.

Die Analyse war nicht nach Fachgebiet adjustiert und die Autoren stellten als weiteren Grund für ihre Ergebnisse fest, dass Ärztinnen in bestimmten Fachgebieten sowohl häufiger weniger Stunden arbeiten als auch eher Kinder haben würden.