Herpes zoster-Impfung nach autologer Stammzelltransplantation hoch effektiv

  • JAMA

  • von Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Patienten nach autologer Stammzelltransplantation können durch eine Zoster- Impfung wirksam vor Manifestation und Reaktivierung des Virus geschützt werden. Zwei Impfungen mit einer rekombinanten Vakzine werden empfohlen. Die erste ist schon z wei bis drei Monate nach einer Stammzelltransplantation möglich.

Hintergrund

In den ersten drei Jahren nach einer Stammzelltransplantation ist das Risiko für Erkrankungen durch Zoster-Viren erhöht. Denn das Immunsystem benötigt längere Zeit, um sich vollständig zu rekonstituieren. Reaktivierungen des Zoster-Virus können, vor allem bei Immunsupprimierten, schwerwiegend verlaufen. Mögliche Manifestationsformen sind die Varizellenpneumonie, postzosterische Neuralgie mit anhaltenden, oft brennenden Schmerzen, Zoster ophthalmicus oder oticus, Meningoenzephalitis und - vor allem während der Immundefizienz - ein disseminierter Zoster, der nicht mehr segmental begrenzt ist, sondern in mehreren Körperregionen auftreten und sekundär hämatogen generalisieren kann. Solche Verläufe sind lebensbedrohlich. In einer Phase-3-Studie sind daher Effizienz und Sicherheit einer rekombinanten Zoster-Vakzine untersucht worden.

Design

  • internationale, prospektiv randomisierte, placebokontrollierte Phase-3-Studie
  • Teilnehmer: 1.865 Patienten, die wegen eines Malignoms eine myeloablative Therapie gefolgt von autologer Stammzelltransplantation (ASCT) erhalten hatten
  • Teilnehmer-Merkmale: durchschnittlich 55 Jahre alt, häufigste Grunderkrankungen multiples Myelom (53,1 %) und Non-Hodgkin-Lymphom (27,9 %)
  • Randomisierung: 1 : 1 in
    • eine Gruppe, die eine rekombinante Zoster-Vakzine 50-70 Tage nach ASCT erhielt (n = 932), davon bekamen 873 Patienten auch eine zweite Dosis innerhalb der darauf folgenden ein bis zwei Monate, und
    • eine zweite Gruppe, die statt des Impfstoffs Placebo bekam (n= 923), davon 862 Patienten auch die zweite Dosis.
  • primärer Endpunkt: gesicherte Zoster-Erkrankung (klinisch und PCR)

Hauptergebnisse

73 % der Gesamtgruppe (n = 1.366) schlossen die Studie ab. Während der median 21monatigen Beobachtungsphase traten 49 gesicherte Zoster-Fälle in der Vakzinegruppe auf und 135 Fälle im Placeboarm. Das Risiko-Verhältnis betrug 0,32; p ostzosterische Neuralgie trat bei 1 Patienten im Verumarm auf und bei 9 Teilnehmern der Placebogruppe.

Lokale Reaktionen waren mit 86 % im Verumarm deutlich häufiger als unter Placebo (10 %), aber Grad-3-Reaktionen betrafen nur 11 % der Impflinge. Auch Fatigue und Myalgien wurden beobachtet, im Allgemeinen aber war die Impfung den Autoren zufolge gut verträglich.

Klinische Bedeutung

Eine zweimalige Zoster-Impfung mit einer rekombinanten Vakzine schützt Patienten nach autologer Stammzelltransplantation effektiv vor klinischen Manifestationen des Virus, vor allem auch vor schwerwiegenden Verlaufsformen.

Finanzierung: GlaxoSmithKline Biologicals