HER2+ Mammakarzinom: pCR sagt Langzeitüberleben vorher

  • EBCC 2020
  • 27.10.2020

  • von Pavankumar Kamat
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Ein vollständiges pathologisches Ansprechen (pathologic complete response; pCR) auf eine zielgerichtete Therapie beim HER2-positiven Brustkrebs deutet auf günstige Langzeitergebnisse hin. 

Warum das wichtig ist

  • Die Ergebnisse stützen die derzeitige Praxis der Risikostratifizierung nach pCR, wie auch die Entscheidungsfindung bezüglich der Behandlung mit Trastuzumab-Emtansin. 

Studiendesign

  • Phase 3-NeoALTTO/BIG 1-06-Studie: 455 Frauen mit HER2-positivem Mammakarzinom wurden randomisiert zugeteilt zu neoadjuvantem Trastuzumab, Lapatinib oder Lapatinib-Trastuzumab in Kombination, jeweils zusammen mit Paclitaxel, gefolgt von weiterer Chemotherapie und weiterer Verabreichung derselben zielgerichteten Therapie nach Operation.
  • Finanzierung: Novartis. 

Wesentliche Ergebnisse

  • 9-Jahres-Raten für das ereignisfreie Überleben (EFS): 69% unter Lapatinib-Trastuzumab, 63% unter Lapatinib allein und 65% unter Trastuzumab allein.
  • 9-Jahres-OS-Raten: 80% unter Lapatinib-Trastuzumab, 77% unter Lapatinib allein und 76% unter Trastuzumab allein.
  • EFS und OS unterschieden sich jeweils signifikant zwischen Frauen mit vs. ohne pCR.
  • Die pCR-Rate lag bei 51,3% unter Lapatinib-Trastuzumab, 24,7% unter Lapatinib allein und 29,5% unter Trastuzumab allein.
  • Im Vergleich zu Mitpatienten, die keine pCR zeigten, hatten jene mit einer pCR ein besseres 9-Jahres-EFS: 
    • 77% vs. 61%.
    • Angepasste HR 0,48 (P=0,0008). 
  • Die Tendenz für das OS war nach 9 Jahren vergleichbar:
    • 88% mit pCR vs. 72% ohne.
    • Angepasste HR 0,37 (P=0,0004).
  • Ab 6 Jahren wurden keine zusätzlichen tödlichen unerwünschten Ereignisse oder nicht-fatalen schweren unerwünschten Ereignisse dokumentiert, ebenso keine zusätzlichen primären kardiologischen Endpunkte.