Hepatitis A und B: Impfschutz vor Reisen überprüfen


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Über die Hälfte aller neu diagnostizierten Hepatitis A-Virusinfektionen in Deutschland sind ein ungewolltes Reisesouvenir. Darauf weist Professor Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung zu Beginn der Ferienzeit in einer Pressemitteilung hin. Die Infektion trete häufig in beliebten Urlaubsländern mit geringen Hygienestandards auf wie beispielsweise im Mittelmeerraum, Südostasien, Russland, Afrika, Mittel- und Südamerika sowie dem Vorderen Orient. 

Hintergrund

Übertragen wird das Hepatitis A-Virus (HAV) fäkal-oral durch Schmier- oder Kontaktinfektion, etwa über unzureichend gegarte Nahrungsmittel oder verunreinigtes Trinkwasser. Eine Hepatitis A klinge zwar bei gesunden Menschen in der Regel ohne ernsthafte Komplikationen von selbst ab, so die Deutsche Leberstiftung, könne bei älteren oder kranken Personen jedoch zu akutem Leberversagen führen. Die prophylaktische Impfung sei immer noch der sicherste Schutz und könne selbst noch kurz vor Reiseantritt erfolgen.

Auch wenn das Ansteckungsrisiko mit Hepatitis B-Viren geringer ist, sind Touristen auch dagegen nicht gefeit. „Neben ungeschütztem Sex zählen Tätowierungen oder Piercings, die nicht steril durchgeführt werden, zu den häufigsten Übertragungswegen. Selbst bei Kontakten mit der Gefahr kleinster Hautverletzungen wie beim Barbier, bei der Fußpflege oder bei unvorhergesehenen ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen besteht ein Infektionsrisiko, wenn unhygienische Bedingungen im Reiseland herrschen“, warnt die Leberstiftung. Im Gegensatz zur Hepatitis A verläuft die Infektion oft schwerer und endet manchmal sogar tödlich. Ein gleichzeitiger Schutz ist deshalb ratsam, vor allem für Menschen, die als Säugling nicht geimpft wurden. 

Klinische Bedeutung

Kombinations-Impfstoffe gegen HAV und HBV bieten einen langfristigen Schutz gegen eine Neuinfektion. Erwachsene, die sich mit dem Doppelimpfstoff immunisieren lassen, erhalten für einen vollständigen Schutz drei Dosierungen: Nach der Erstimpfung sind zwei Auffrischungen nach einem und nach sechs Monaten erforderlich. Wird ein besonders rascher Schutz gewünscht, etwa vor einer Reise, kann auch nach einem verkürzten Impfschema geimpft werden, zum Beispiel an den Tagen 0 - 7 - 21. Zum Aufbau eines langfristigen Impfschutzes empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) in diesen Fällen eine zusätzliche vierte Impfdosis nach 6 bis 12 Monaten.