Heilmittelbehandlung: 28-Tages-Frist bleibt bestehen

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Berlin (pag) – Während der Coronakrise dürfen Versicherte eine Heilmittelbehandlung auch 28 Tage nach Verordnung antreten. Diese Sonderregelung verlängert der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bis zum 30. September. „Damit soll einem in den Praxen möglicherweise bestehenden Terminstau bei Heilmittelbehandlungen, die bedingt durch die Corona-Pandemie nicht begonnen werden konnten, entgegengewirkt werden“, begründet der G-BA seine Entscheidung.

 

Die bisher geltende 14-Tages-Regelung ist somit Geschichte. Denn ab dem 1. Oktober greifen neue Heilmittel-Richtlinien: Ab dann haben Versicherte grundsätzlich die Möglichkeit, innerhalb von 28 Tagen ihre Behandlung zu beginnen.

 

Ebenfalls bis zum 30. September verlängert der G-BA die Sonderregelung, wonach Krankentransportfahrten zu nicht aufschiebbaren, zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen von Covid-19-Erkrankten keiner vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse bedürfen. Dies gelte auch für Versicherte, die unter Quarantäne stehen.

 

Folgende Sonderregelungen laufen allerdings zum 1. Juli aus: Die Frist zur Vorlage von Verordnungen von häuslicher Krankenpflege, spezialisierter ambulanter Palliativversorgung sowie Soziotherapie bei der Krankenkasse beträgt künftig wieder drei statt zehn Tage. Folgeverordnungen nach telefonischer Anamnese für häusliche Krankenpflege, zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel, Krankentransporte und Krankenfahrten sowie Heilmittel sind nicht länger per Telefonat möglich.

 

Bei der häuslichen Krankenpflege können Folgeverordnungen außerdem nicht länger für bis zu 14 Tage rückwirkend erfolgen. „Die Begründung der Notwendigkeit bei einer längerfristigen Folgeverordnung von häuslicher Krankenpflege und die Drei-Tages-Frist zur Ausstellung der Folgeverordnung sind nun wieder zu berücksichtigen“, heißt es vonseiten des G-BA.

 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung teilt darüber hinaus mit, dass die Regelungen zum Entlassmanagement weiterhin bestehen, da sie an den Bundestagsbeschluss über das Vorliegen der epidemischen Lage geknüpft seien.