HCV bei CKD-Patienten


  • Editorial
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Trotz des stetigen Rückgangs ist die Prävalenz von Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (chronic kidney disease, CKD) etwa vier mal so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung; besonders betroffen sind Patienten unter Dialyse oder mit Nierentransplantat.(1) HCV kann die Ursache einer Nierenschädigung sein (durch kryoglobulinämische Vaskulitis und indirekt über eine chronische Entzündung, einschließlich Gefäßschädigung und Diabetes)(2), aber auch die Folge einer CKD (Nosokomialinfektion in der Dialyse oder bei Transplantation). Diese reziproken Wechselwirkungen führen zur Prognose höherer Morbidität (kardiovaskulär, schnellere Diabetes-Progression und Nierenversagen) und Mortalität bei CKD-Patienten (3). Deswegen muss bei jedem Patienten mit HCV-Infektion die Nierenfunktion untersucht werden. Für alle Patienten mit CKD und HCV-Infektion ist eine direkt antiviral wirksame (direct acting anti-viral, DAA) Therapie in Erwägung zu ziehen, wobei Patienten mit symptomatischer kryoglobulinämischer Vaskulitis, extensiver Leberfibrose und CKD im Stadium 4-5 Priorität haben. Das mit der antiviralen Therapie verbundene dauerhafte virologische Ansprechen (sustained virologic response, SVR) reduziert hepatische und extrahepatische Komplikationen, einschließlich des Risikos einer terminalen Niereninsuffizienz, und senkt so die Mortalität von CKD-Patienten (4). Die neuen pangenotypischen oral verabreichten Medikamente eröffnen auch für CKD-Patienten im fortgeschrittenen Stadium und Nierentransplantatempfängern die Möglichkeit, HCV-Infektionen in >95 % der Fälle bei ziemlich guter Verträglichkeit zu heilen. Die Langzeit-Sicherheit von DAA-Therapien für die Nieren muss einer prospektiven Neubewertung unterzogen werden, aber das SVR scheint die Nierenfunktion bei Patienten mit CKD im Stadium 3 zu verbessern. Die aktuellen Empfehlungen der KDIGO (5) geben an, wie das HCV-Screening verbessert werden kann, wie das Reinfektionsrisiko bei der Dialyse verringert werden kann, wie Diagnose und Behandlung von CKD-Patienten mit HCV-Infektion durchzuführen sind und zu welchen Zeitpunkten in der Patienten-Anamnese dies stattfinden sollte. Wenn für Patienten eine DAA-Therapie infrage kommt, sollte sie bei den Dialysepatienten bis nach der Transplantation verschoben werden, deren Wartezeit durch die Akzeptanz eines HCV-positiven Organs deutlich verkürzt werden kann. Die Eliminierung des HCV (6) scheint in der Nephrologie jetzt in Reichweite zu sein (EASL/ERA-Initiative), aber ein stärkeres Bewusstsein bei den Ärzten und ein verbesserter Zugang zur Behandlung (DAA-Therapien) für die Patienten müssen mit verstärkter hygienischer Prophylaxe kombiniert werden, um Reinfektionen in Hämodialyse-Einrichtungen vorzubeugen.