HCC-Risiko: Entacavir oder Tenofovir?

  • Tseng CH & al.
  • Lancet Gastroenterol Hepatol
  • 29.09.2020

  • von Jim Kling
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Entacavir und Tenofovir haben hinsichtlich der Risikoreduktion des hepatozellulären Karzinoms (HCC) eine ähnliche Wirksamkeit.

Warum das wichtig ist

  • Die Wahl zwischen Entacavir und Tenofovir zur Prävention des HCC sollte eher auf Basis der Kosten und Verträglichkeit als der Wirksamkeit erfolgen.

Studiendesign

  • Metaanalyse von 31 Studien (n=119.053).
  • Finanzierung: E-DA Hospital.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die 5-Jahres-Inzidenz von HCC war 5,97% für Entacavir (28 Studien, n=86.855) und 3,06% für Tenofovir (13 Studien, n=28.946; p
  • In 8 Studien, die ein Propensity-Score-Matching durchführten, betrug die kumulative 5-Jahres-Inzidenz von HCC 3,44% bei Entacavir (n=19.702) und 3,39% bei Tenofovir (n=16.266; p=0,87).
  • Eine Metaanalyse von 14 Vergleichsstudien fand keinen signifikanten Unterschied zwischen Tenofovir und Entecavir hinsichtlich HCC-Risiko (HR 0,88; p=0,20).
    • Die Studien hatten eine signifikante Heterogenität (I2=56,4%; p=0,0038).
  • Eine Subanalyse klinikbasierter Kohorten zeigte keinen Unterschied zwischen den beiden Strategien (angepasste HR 1,03; 95% KI 0,88-1,21; I2=0%).
  • Tenofovir war verbunden mit einem geringeren Risiko für HCC bei Studien, die administrative Datenbanken verwendeten (HR 0,67; 95% KI 0,59-0,76; I2=0%).

Einschränkungen

  • Alle Studien waren observativ.
  • Viele der Studien beinhalteten Teilnehmer asiatischer Herkunft.