Haushaltsprodukte sind in US-Städten größte Quelle der Luftverschmutzung


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Nachdem die Emissionen durch Transportmittel in den USA und Europa deutlich gesunken sind, haben Haushaltsprodukte auf Mineralölbasis wie Reiniger, Farben, Pestizide und Kosmetika in den USA einen ähnlich hohen Anteil an der städtischen Luftverschmutzung wie der Straßenverkehr.

Hauptergebnisse

  • Der Verbrauch an Treibstoffen ist (nach Gewicht) ungefähr 15 Mal größer als für Mineralöl-basierte Verbindungen in chemischen Produkten.
  • Dennoch tragen Lotionen, Farben, Reiniger und andere Haushaltsprodukte ähnlich viel zur Luftverschmutzung bei wie der Transportsektor.
  • Die Feinstaubemissionen durch den Gebrauch von Haushaltsprodukten sind ungefähr doppelt so groß wie durch Transportmittel.

 

Design

  • Identifizierung und Quantifizierung der wichtigsten menschlichen Quellen für flüchtige organische Substanzen (VOC) mit dem Ziel einer effektiven Minderung der Luftverschmutzung und der Verbesserung der Gesundheit.
  • Fokussierung auf flüchtige chemische Produkte, einschließlich Pestiziden, Farben, Kleber, Reiniger und Hygieneprodukte.
  • Modellrechnungen basierend auf: Produktionsstatistiken von Energieerzeugern und Chemiefirmen, Messungen an und abseits von Straßen, sowie in Häusern.
  • Finanzierung: National Oceanic and Atmospheric Administration u.v.a.

 

Klinische Bedeutung

Als Quellen der flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), die zu Smog und globaler Erwärmung führen, gelten bislang hauptsächlich die Emissionen aus der Energieerzeugung, aus Verbrennungsmotoren, und aus Heizungen. Nun berichten McDonalds et.al über merkliche Verschiebungen beim Emissionsmuster der VOC in den USA: Versiegelungen und Glasuren, Klebstoffe und andere Baumaterialien, sowie eine Vielzahl von Haushalts- Hygiene- und Kosmetikprodukten verändern in ihrer Gesamtheit nicht nur die Emissionsbilanzen, sondern sie könnten auch dazu beitragen, dass aktuelle und geplante Schutzmaßnahmen ins Leere laufen. Der Kommentator Alastair C. Lewis weist darauf hin, dass die zahlreichen VOC in den eigenen vier Wänden sich nicht nur in ihrer Konzentration und Halbwertszeit erheblich unterscheiden, sondern dass viele Reaktionswege noch gänzlich unerforscht sind. Vor diesem Hintergrund scheint es sinnvoll, Patienten mit Atemwegsbeschwerden und -erkrankungen auf mögliche Belastungsquellen in den eigenen vier Wänden anzusprechen. Es scheint gut möglich, dass auch synthetischer Limonenduft und natürliche Bienenwachskerzen unerwünschte Wirkungen haben können.