Hausarztzentrierte Versorgung: Prämien für Patienten

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Berlin (pag) – Entscheiden sich Patienten für die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV), werden sie dafür mit Prämien belohnt. Darauf einigt sich Medienberichten zufolge die Große Koalition, ein Änderungsantrag für das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) sei in Vorbereitung.

Beim Wahltarif HzV würden die Kassen verpflichtet, mindestens 50 Prozent der Effizienzgewinne aus diesem Tarif an die Versicherten weiterzugeben, äußert sich Karin Maag, gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion. Das setzt voraus, dass die Versicherten zuerst ihren Hausarzt aufsuchen. Dieser überweist sie dann gegebenenfalls zu den Fachärzten. Sabine Dittmar, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, reklamiert den Vorschlag laut Medienberichten für ihre Fraktion.

Der Deutsche Hausärzteverband begrüßt die Prämienregelung. „Gleichzeitig wird damit die Rolle der Hausärztinnen und Hausärzte im Gesundheitswesen weiter gestärkt“, sagt Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hält die Idee für sinnvoll, teilt ihr Pressesprecher Roland Stahl auf Anfrage der Presseagentur Gesundheit mit, merkt aber an: „Wir hätten es uns gewünscht, wenn die hausarztzentrierte Versorgung in den Kollektivvertrag Eingang gefunden hätte. Nicht als Ersatz, sondern gleichberechtigt gemeinsam mit Selektivverträgen.“ AOK-Vorstandsvorsitzender in Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, heißt den Vorschlag ebenfalls gut. Die HzV sei im Südwesten der Republik bereits seit zehn Jahren erfolgreich. Die Versicherten würden dort „nachhaltig besser versorgt, etwa durch schnellen, unbürokratischen Arztzugang, eine intensivere Betreuung, gezielte Einbindung von Fachärzten, Vorfahrt für die sprechende Medizin“. Die teilnehmenden Mediziner profitierten durch eine adäquate Vergütung.