Hausärzte: Eckpunktepapier für praxistaugliche ePA

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Berlin (pag) – Der Deutsche Hausärzteverband hat ein Eckpunktepapier zur elektronischen Patientenakte (ePA) vorgelegt. Damit wollen die Mediziner Vorschläge für eine Umsetzung unter besonderer Berücksichtigung des Versorgungsalltags in den Hausarztpraxen machen.

Zunächst soll der Fokus bei der ePA auf der Verfügbarkeit von Daten liegen, die im medizinischen Versorgungalltag besonders relevant sind, heißt es in dem Papier. Hierzu gehörten Befunde wie Laborwerte, Diagnosen, Allergien und Unverträglichkeiten sowie die Medikation oder auch die Impfdokumentation. Servicekomponenten wie ein Vorsorge- oder Impfrecall sollen erst in einem zweiten Schritt implementiert werden. „Nach den Erfahrungen der letzten Jahre plädieren wir für eine schrittweise Umsetzung, die sich zunächst auf die Funktionen konzentriert, die kurzfristig umsetzbar sind und gleichzeitig spürbare Mehrwerte liefern“, sagt die Sprecherin der Arbeitsgruppe Digitalisierung, Dr. Kristina Spöhrer.

Ein weiterer Schwerpunkt des Papiers liegt auf der Ausgestaltung eines Zugriffskonzeptes. „Die Administration der Zugriffsrechte muss für die Patientinnen und Patienten einfach und intuitiv sein und darf in den Praxen keine zusätzliche Arbeit machen“, so Spöhrer weiter. Die Nutzer sollen zwischen vier Stufen wählen können. In der Grundeinstellung ist die Freigabe der gesamten Akte für alle an der Behandlung beteiligten Leistungserbringer für ein bestimmtes Zeitfenster vorgesehen. Hiervon ausgehend könnten Nutzer weiter differenzieren, wer Zugriff auf was erhält. Alternativ könnten auch lediglich die Notfalldaten freigegeben werden. Darüber hinaus sollten die Versicherten stets die Möglichkeit haben, möglichst unkompliziert der Nutzung der ePA komplett zu widersprechen oder ihre Entscheidung zu revidieren.

Eine gut umgesetzte ePA könne die Versorgung nachhaltig verbessern, sagt Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth, erste stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes. Bisher sei die Akte jedoch nicht im Versorgungsalltag angekommen. „Das ist kein Wunder, denn in ihrer jetzigen Form ist sie schlichtweg nicht praxistauglich.“ Von der angedachten Opt-out-Lösung erwartete sie sich einen Schub für die Anwendung.

Das Eckpunktepapier steht auf der Website des Hausärzteverbandes zum Download bereit.