Gute Anti-Tumorwirkung: Checkpoint- plus PARP-Inhibition bei triple-negativem Brustkrebs


  • Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Die Kombination aus dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab mit dem PARP-Inhibitor Niraparib hat bei Frauen mit metatastasiertem, triple-negativem Mammakarzinom vergleichsweise gute antitumorale Effekte. In einer Phase-2-Studie konnte das Tumorwachstum bei fast der Hälfte der Patientinnen kontrolliert werden, die mediane Dauer des Ansprechens war nach einer Beobachtung bis zu 16 Monaten noch nicht erreicht (1).

Hintergrund
Beim Brustkrebs beginnt gerade die Ära der Immuntherapien. Im Fokus stehen die dreifach-negativen Mammakarzinome (TNBC; [2]). TNBC sind Her2-negativ und Estrogen- und Progesteron-Rezeptor-negativ. Es ist dies der aggressivste Subtyp der Mammakarzinome. Von 11 derzeit laufenden zulassungsrelevanten Studien der Phase 3, in denen Checkpoint-Inhibitoren bei Brustkrebs geprüft werden, betreffen 10 Studien das schwer zu behandelnde TNBC (2).

Die Kombination von Checkpoint-Inhibitoren mit anderen Substanzklassen hatte in frühen klinischen Untersuchungen bereits höhere Ansprechraten erzielt als Monotherapien. In der TOPACIO-Studie, einer Phase-2-Untersuchung, ist der Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab mit dem PARP-Inhibitor Niraparib kombiniert worden.

Design

  • Studientyp: offene, einarmige Phase-2-Studie
  • Teilnehmerinnen: 55 Patientinnen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem TNBC ohne Vorauswahl nach BRCA-Mutationsstatus oder Checkpoint-Protein-Expression (PD-L1)
  • Studientherapie: Niraparib 200 mg oral täglich plus Pembrolizumab 200 mg i.v. an Tag 1 eines jeden 3-wöchigen Therapiezyklus

Hauptergebnisse
Von 47 Patientinnen gab es Daten zur Wirksamkeit. 10 aus dieser Gruppe hatten nach den RECIST-Kriterien auf die Therapie angesprochen (Rate der objektiven Response; ORR). Die ORR betrug damit 21 %. Eine Krankheitskontrolle, definiert als komplette oder partielle Response oder als „stable disease“, erreichten 23/47 Patientinnen, das waren 49 %. Die mediane Dauer des Ansprechens war bei einem Beobachtungszeitraum zwischen 4,6 und 15,9 Monaten noch nicht erreicht.

In der Subgruppe der Patientinnen mit BRCA-Mutationen waren die Ansprechraten deutlich höher: 7 von 15 Frauen mit BRCA-Mutation (47 %) hatten objektiv nach den RECIST-Kriterien angesprochen, die Krankheitskontrollrate lag bei 80 %.

Unerwünschte Wirkungen von Grad 3 traten bei 32/55 Frauen auf (58 %), es gab keine Nebenwirkungen höherer Schweregrade. Die Therapie wurde als sicher bewertet.

Klinische Bedeutung
Wirksame therapeutische Optionen sind für Frauen mit fortgeschrittenen oder metastasierten dreifach-negativen Mammakarzinomen von besonders hoher Relevanz, denn die Prognose ist sehr ungünstig. Die Anti-Tumorwirkung der Kombination aus dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab plus dem PARP-Inhibitor Niraparib wird von den Studienautoren als gut bewertet, ebenso die Verträglichkeit. Schon frühere Studien haben belegt, dass Malignome mit BRCA-Mutation vegleichsweise gut auf PARP-Inhibitoren ansprechen, nicht nur Mamma- und Ovarialkarzinome, sondern auch Pankreastumore. Die DNA-Reparatur wird durch PARP-Inhibitoren bei BRCA-mutierten Tumoren effektiver gehemmt als bei BRCA-Wildtyp-Tumoren. In der Subgruppe von Patientinnen mit BRCA-mutiertem TNBC bestätigt sich klinisch, dass die Kombination Checkpoint- plus PARP-Inhibition therapeutisch günstig ist. Weitere Prüfungen werden folgen.

Finanzierung:

TESARO