Gut verträglich, aber nur schwach wirksam: Mepolizumab bei eosinophiler COPD


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Zwei große Studien haben die Wirksamkeit des Interleukin-5-Hemmers Mepolizumab bei COPD untersucht. Signifikant wirksam war das Präparat nur in einer der beiden Studien, und zwar in Abhängigkeit von der Zahl der eosinophilen Granulozyten zu Beginn der Studie.

Hauptergebnisse

  • In der METREX-Studie war die mittlere annualisierte Exarcerbationsrate bei den 462 Patienten mit eosinophilem Subtyp mit 100 mg Mepolizumab 1,4 gegenüber 1,71 unter Placebo (P=0,04).
  • In der METREO-Studie betrug die mittlere annualisierte Exarcerbationsrate mit 100 mg Mepolizumab 1,19, mit 300 mg Mepolizumab 1,27 und unter Placebo 1,49 (P=0,07 und P=0,14). Die Unterschiede waren nicht signifikant, allerdings hatte Mepolizumab eine stärkere Wirkung bei jenen Patienten, die beim Screening höhere Eosinophilen-Zahlen hatten.
  • Das Nebenwirkungsprofil von Mepolizumab war ähnlich dem unter Placebo.

Design

  • Zwei randomisierte, Placebo-kontrollierte, doppelblinde Parallelgruppenstudien der Phase 3 (METREX und METREO) zur Add-On Dreifachtherapie mit inhalierten Glucocorticoiden, einem langwirkenden ß2-Agonisten und einem langwirkenden Muscarin-Antagonisten.
  • Vergleich von Mepolizumab in Dosierungen von 100 bzw. 300 mg gegen Placebo, verabreicht als subkutane Injektionen alle 4 Wochen über eine Studiendauer von einem Jahr.
  • Die Patienten wurden nach eosinophilen Blutzellen ≥ 150/mm3 stratifiziert (METREX) oder eingeschlossen, wenn sie entweder beim Screening ≥ 150/mm3 hatten oder im Vorjahr der Studie ≥ 300/mm3 (METREO).
  • Primärer Endpunkt war die annualisierte Rate an mittelschweren und schweren Exacerbationen.
  • Finanzierung: GlaxoSmithKline

Klinische Bedeutung

Die Anti-Interleukin-5-Therapie mit Mepolizumab ist in der EU seit Februar 2016 eine neue Option für Patienten mit schwerem, refraktärem, eosinophilem Asthma. Der Antikörper bremst die Differenzierung und Proliferation der eosinophilen Granulozyten, allerdings ist das Präparat vergleichsweise teuer. Der Kommentator verweist auf die unklaren Effekte der Einschluss- und Ausschlusskriterien der beiden neuen Studien, er hält die Eosinophilenzahl für einen unperfekten Biomarker und regt an, über neue Strategien zur Stratifizierung von COPD-Patienten nachzudenken.

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