Gut fürs Herz und die Lebensqualität: Training nutzt Kindern mit Atemwegserkrankungen


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine Meta-Analyse von 2 Dutzend Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen körperlichen Trainings bei Kindern mit chronischen Atemwegserkrankungen zeigt deutlich positive Effekte auf Herz-Kreislauf und Lebensqualität, nicht aber auf die Lungenfunktion.

Hintergrund

Der Nutzen körperlichen Trainings bei gesunden Kindern ist unumstritten. Bei Asthmatikern und Patienten mit Zystischer Fibrose verbessert sich dadurch auch die kardiovaskuläre Fitness und die Lebensqualität. Umstritten sind dagegen mögliche Auswirkungen auf die Lungenfunktion bei Kindern mit chronischen Atemwegserkrankungen.

Design

Systematische Übersicht und Meta-Analyse zu den gesundheitlichen Auswirkungen körperlichen Trainings bei Kindern mit chronischen Atemwegserkrankungen. Durchsucht wurden 5 Literaturdatenbanken mit initial 3688 Referenzen. Parameter der Meta-Analyse waren die kardiovaskuläre Fitness, die Lungenfunktion und die Lebensqualität.

Hauptergebnisse

  • Nur 27 der 3688 Publikationen erwiesen sich als geeignet für die Übersicht, 24 davon für die Meta-Analyse. 17 der Studien hatten Asthma zum Inhalt, 10 die Mukoviszidose. Zu den Auswirkungen körperlichen Trainings auf Bronchiektasien und bronchopulmonale Dysplasien wurden keine Studien gefunden.
  • Der Großteil der Übungen fand unter Anleitung innerhalb oder außerhalb der Klinik statt. nur 5 Studien untersuchten den Effekt eines Trainings daheim. In 81 % der Studien wurde ein Einzeltraining untersucht, wobei die Übungen von Laufen, Radfahren, Schwimmen und Zirkeltraining bis hin zu Basketball und Tai Chi reichten.
  • Die Auswertung der standardisierten Mittelwertsdifferenzen (SMD) zeigte mit einem Wert von 1,16 (95%-Konfidenzintervall 0,61 – 1,70) einen starken Effekt des Trainings auf die kardiovaskuläre Fitness, die anhand der maximalen Sauerstoffaufnahme bestimmt wurde.
  • Auch bei der Lebensqualität war das Training mit einem starken Effekt verbunden: Die SMD betrug hier 1,27 ()5%-KI 0,72 – 1,82).
  • Die Auswirkung auf die Lungenfunktion war mit einer SMD von 0,02 klein und nicht signifikant (95%-KI -0,38 – 0,42).

Klinische Bedeutung

Körperliches Training ist bei Kindern mit chronischen Atemwegserkrankungen mit einer verbesserten kardiovaskulären Fitness und Lebensqualität verbunden, allerdings scheiterte diese Meta-Analyse daran, eine Verbesserung der Lungenfunktion zu belegen. Eine Dosis-Wirkungsbeziehung fand man nicht, was den Bedarf an weiterführenden Studien verdeutlicht, ebenso wie die Tatsache, dass die Effekte körperlichen Trainings bei KIndern für mehrere chronische Atemwegserkrankungen noch nicht untersucht wurden.

Finanzierung: Australian National Health and Medical Research Council.