GSAV: Kritik an Biosimilars-Regelung

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Berlin (pag) – Die Biosimilars-Ausgabe durch Apotheken und die Hämophilie-Versorgung sind strittige Punkte beim geplanten „Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung“ (GSAV). Das wird bei der öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss deutlich.

Die Bundesärztekammer und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft lehnen die geplante Regelung zu Biosmilars ab. „Die Entscheidung zum Einsatz eines Biosimilars muss aber der Arzt treffen und nicht die Rabattvereinbarungen der gesetzlichen Krankenkassen“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme. Im Ausschuss geißelt Dr. Siegfried Throm, Vertreter des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen, die geplante Neuregelung: „Der Arzt weiß letztendlich nicht, welches konkrete Präparat sein Patient in der Apotheke erhalten hat“. Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, hält die Austauschbarkeit zwar für „dringend erforderlich und wichtig“. In bestimmten, wichtigen Fällen sollte der Austausch aber nur über den Arzt stattfinden.

Die Abgabe von Hämophiliearznei in Apotheken stößt bei einigen Sachverständigen auf Kritik. Sie befürchten ein Ausdünnen der Hämophiliezentren. Dr. Martin Zentgraf, Vorsitzender des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie, sieht „die enge Bindung an den behandelnden Arzt“ gefährdet. Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorsitzender des GKV-Spitzenverbands, begrüßt die geplante Regelung: „Die Behandlung in den Zentren soll keineswegs unterbrochen werden. Es geht nur um die Abgabe der Arzneimittel.“

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) fordert in einer schriftlichen Stellungnahme Klarstellung, dass der zwischen dem GKV-Spitzenverband und dem pharmazeutischen Unternehmer vereinbarte Erstattungsbetrag eines Arzneimittels die wirtschaftliche Verordnung im gesamten Anwendungsgebiet ermögliche. „Das bedeutet: Gerade wenn der Erstattungsbetrag auf einer Mischpreiskalkulation beruht und das Arzneimittel bei Patientengruppen ohne nachgewiesenen Zusatznutzen verordnet wird, ist eine indikationsgerechte Verordnung als wirtschaftlich anzuerkennen“, erörtert die KBV.