Großer Impfskandal und tiefe Vertrauenskrise in China

  • The Lancet
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  • 04.08.2018

  • aus Priscilla Lynch
  • Studien – kurz & knapp
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In China hat eine Reihe von Skandalen in Zusammenhang mit Tollwut- sowie Diphtherie-, Keuchhusten- und Tetanusimpfstoffen (DPT-Impfstoffen) das Vertrauen in das Impfmanagementsystem des Landes beschädigt, wie in The Lancet berichtet wird.

Ein in der Fachzeitschrift veröffentlichter neuer redaktioneller Beitrag beschreibt, wie aufgedeckt wurde, dass ein chinesischer Impfstofferzeuger Produktions- und Prüfaufzeichnungen gefälscht und bei der Herstellung gefriergetrockneter menschlicher Tollwutimpfstoffe willkürlich Prozessparameter und Ausrüstung verändert hatte.

Außerdem wurden an nachweislich 215.184 chinesische Kinder nicht den Standards entsprechende DPT-Impfstoffe verabreicht und 400.520 solcher minderwertiger Impfstoffe in Hebei und Chongqing verkauft.

Am 25. Juli startete die chinesische Arzneimittelkontrollbehörde eine Untersuchung aller Impfstofferzeuger im gesamten Land. Es kam bereits zu mehreren Festnahmen durch die chinesischen Behörden.

Dieser aktuelle Impfstoffskandal ist nur der letzte in einer Reihe von Fällen gefälschter und minderwertiger Nahrungsmittel und Medikamente in China. Laut Artikel haben dadurch viele Eltern das Vertrauen in das Impfsystem verloren.

Obwohl mit Stand 31. Juli keine Todesfälle oder andere schwerwiegende Konsequenzen in Zusammenhang mit den minderwertigen Tollwut- und DPT-Impfstoffen bekannt geworden sind, wurden die den Standards nicht entsprechenden Impfstoffe in den sozialen Medien als toxisch bezeichnet.

Der Artikel fordert die chinesische Regierung dringend dazu auf, die erforderlichen Reformen im landesweiten Impfkontrollsystem durchzuführen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit wieder herzustellen.