„Grenzwerte für Stickoxide werden an 300 bis 400 Orten überschritten“


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Die Deutsche Umwelthilfe warnt: Der Grenzwert für den Ausstoß an Stickoxiden durch Dieselfahrzeuge werde in Realität in deutlich mehr Städten überschritten als offiziell angegeben. „Wir gehen davon aus, dass statt in 90 Städten in 300 bis 400 Orten die Grenzwerte überschritten werden“, so der Geschäftsführer der Umwelt­hilfe Jürgen Resch. Grund seien deutlich zu wenig Messstationen in Deutschland.

Laut Angaben des Bundesumweltministeriums liegt die Schadstoffbelastung in 90 deutschen Städten über den zulässigen Grenzwerten. Am 22. Februar wird eine Grundsatzentscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig erwartet. Erwartet werden im kommenden Jahr gerichtlich erzwungene Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge.

„Schmutzige Diesel“ müssten endlich von der Straße, warnte Resch. Der Bundesregierung warf er Versagen vor. Die Deutsche Umwelthilfe hat bislang eine Vielzahl von Klagen vor Gerichten eingereicht, damit Luftreinhaltepläne eingehalten werden. In der Autobranche wird sie als „Abmahnverein“ kritisiert.

Resch begrüßte heute Aussagen von VW-Chef Matthias Müller, der sich für die Einführung einer blauen Plakette für besonders emissionsarme Autos in Städten ausgesprochen hatte. Dies sei eine „Blamage“ für die Bundesregierung. Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt von der CSU hatte irritiert auf die Äußerungen Müllers reagiert. Für ihn ist diese Forderung nichts Anderes als die „kalte Enteignung von Millionen von Diesel-Besitzern“.